Der Fair-Play-Gedanke kommt nicht überall an

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Fr, 05. Juli 2019

Fussball

Der Mangel an Schiedsrichtern und der Umgang mit ihnen erweist sich immer mehr als eines der zentralen Problem auf den Fußballplätzen in der Region.

FUSSBALL. Er ist gelebte Mitbestimmung im Volkssport Nummer eins: der Bezirkstag der Fußballer. Am Samstag ruft er die Vertreter aller Vereine im Fußball-Bezirk Offenburg zusammen. Sie haben über einiges zu befinden. Auf der Tagesordnung stehen neben den Berichten die Neuwahlen von Vorsitzendem und Bezirksfachauschuss (BFA). Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr in der Ullenburg-Halle in Renchen-Ulm. Die Berichte der Fußballfunktionäre liegen vor. Hier einige Auszüge.

Heinz Schwab, der Bezirksvorsitzende, verwies auf den großen Aufwand, den der BFA betrieben habe, um die Kommunikation mit den Vereinen weiter intensiv fortzusetzen. Er nannte Vereinsdialoge, Vorstandstreffs und Ehrungen direkt vor Ort bei den Vereinen. "Die Resonanz dafür war erfreulich hoch", so Schwab.

Er übte aber auch Kritik, welche vor allem das Schiedsrichterwesen betrifft. Die Hinweise auf den Schiedsrichtermangel, die bereits vor der vergangenen Saison an die Vereine gegangen waren, seien nicht überall auf fruchtbaren Boden gefallen. Der BFA hatte mit einem Rundschreiben alle Vereine gebeten, das Fair-Play gegen über dem Schiedsrichter umzusetzen. "Doch leider kam das nicht überall an", sagt Schwab. "So hatten wir anfang Oktober mehrere Vergehen gegenüber dem Schiedsrichter, sowie Spielabbrüche zu verzeichnen." Es sei , weil Unparteiische fehlten, nicht mehr möglich, alle Staffeln mit Schiedsrichtern zu besetzen. Dies betraf zwei Kreisliga-B Staffeln, eine Frauenstaffel sowie eine Juniorenklasse. Als "eine sehr bedenkliche Sache" bezeichnete der Bezirksvorsitzende die Spielverzichte und das Nichtantreten. In der Saison 17/18 gab es im Bezirk 53 Spielverzichte. Diese wurde in der gerade vergangenen Runde mit 73 Spielverzichten nochmal klar übertroffen.

"Unsere Sportrichter hatten leider wieder viel zu viel Arbeit", stellte Schwab fest. Ein wiederkehrendes Motiv bei den alljährlichen Tätigkeitsberichten.

Karsten Rendler, Vorsitzender des Bezirkssportgerichts berichtet, die Urteilszahlen sind in der vergangenen Saison erfreulicherweise auf 545 zurückgegangen. Dies liegt insbesondere darin begründet, dass sich die formellen Strafsachen wie das Passvergehen oder die Mängel beim Ausfüllen des Onlinebogens erheblich reduziert haben. Ein sehr leichter Rückgang sei bei den Verfehlungen gegen die Schiedsrichter und bei den Tätlichkeiten zu verzeichnen. "Wir mussten aber auch wieder einige Urteile mit hohen Spielsperren und Geldstrafen verhängen. Hier hat sich leider nicht viel zum Besseren gewendet" Die Geldstrafen beliefen sich demnach auf 14 910 Euro, die Verfahrenskosten auf 5 329 Euro.

Ahmet Sisman, der Integrationsbeauftragte, bedauerte, dass das Projekt "2:0 für ein Willkommen", mit dem die Vereine unterstützt werden, die eine weitergehende gesellschaftliche Integration von Flüchtlingen fortführen, keinen großen Zuspruch erhalten habe. "Der Informationsfluss aus dem Verband war sehr mager." Sisman sagte auch, dass im Verband die Integrationstätigkeiten etwas schleppend vorangingen. "Mit der neuen Verbandsführung erwarten wir eine Auffrischung."

"Im Frauenbereich verlief der Spielbetrieb relativ rührig ab", erklärte Schwab. Aber es sei ein deutlicher Mannschaftsrückzug zuerkennen. Im Juniorenbereich gelte nach wie vor die Sorge der hohen Anzahl der Spielverlegungen, Spielverzichte. "Hier muss schnellst möglich mit den Vereinen zusammen ein Weg gefunden werden, um zu einem geregelten Spielbetrieb zu gelangen", so der Bezirkschef.