Hohberg

Der Großbrand in Diersburg brach wohl in einer Garage aus

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 09. August 2022 um 18:33 Uhr

Hohberg

Nach dem Großbrand in Diersburg hat die Polizei erste Infos zur Brandursache. Vermutlich brach der Brand in einer Garage aus. Mehr als 500 Fische starben im Bach, die Spendenbereitschaft ist groß.

Neue Erkenntnisse der Polizei
Wie die Polizei am Dienstag in einer Pressemitteilung berichtete, dürfte der Brand durch einen technischen Defekt in der Elektrik einer Garage ausgebrochen sein. Das sei das Ergebnis der Begutachtung durch einen Sachverständigen. Laut Zeugenaussagen war das Feuer zunächst in einem Carport in der Talstraße bemerkt worden. Dieses grenze an die untersuchte Garage an, die sich in der parallel verlaufenden Straße Strittmatt befindet, so der Polizeibericht. Das mutmaßlich dort entstandene Feuer griff demnach auf das Carport und die weiteren in der Nähe befindlichen Gebäude über. Nach wie vor spricht die Polizei von einem Schaden in Millionenhöhe.

Rückblick auf den Großbrand
Sechs eng beieinander stehende Häuser in der Talstraße waren bei dem Feuer am Dienstag vergangener Woche teils komplett niedergebrannt. 14 Personen verloren durch den Brand ihre Bleibe. Die Löscharbeiten beschäftigten die Feuerwehr, die zeitweise mit rund 180 Einsatzkräften vor Ort war, über mehrere Tage. Der Brand betraf ein historisch bedeutsames Dorfquartier, das auch als "Judenstadt" bezeichnet wird, weil hier bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten ein wichtiges Zentrum jüdischer Kultur und jüdischen Lebens war.
Fotos vom Großbrand und am Tag danach

Spenden für die Betroffenen
Um die 14 Betroffenen unbürokratisch zu unterstützen, hat die Gemeinde Hohberg bereits kurz nach dem Brand eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Bis Dienstagvormittag sind laut Bürgermeister Andreas Heck bereits rund 104000 Euro an Spendengeldern eingegangen. Eine erste Auszahlung soll bereits am Mittwoch, 10. August, erfolgen. "Die Leute bekommen eine Soforthilfe, damit sie Kleidung und andere Dinge für sich kaufen können", erklärt Heck. Ein Teil der Spenden werde ausgezahlt, ein Teil zunächst zurückgehalten und dann je nach Bedarf sukzessive an die Betroffenen verteilt, so der Bürgermeister. "Es gibt eine riesengroße Hilfsbereitschaft. Nicht nur in Hohberg, sondern auch in umliegenden Kommunen", berichtet Heck. Die Spenden seien von Privatpersonen, Unternehmen, Vereinen und anderen Organisationen eingegangen. So haben sich beispielsweise der SC Kuhbach-Reichenbach und der FV Sulz kurz vor ihrem Pokalspiel am vergangenen Freitag spontan dazu entschieden, alle Einnahmen des Spiels an die Brandopfer in Diersburg zu spenden. Insgesamt kamen so 500 Euro zusammen. Auch Bürgermeister Andreas Heck hatte von der Aktion erfahren und war kurzfristig zu dem Spiel gekommen, um sich bei den Vereinen für die Hilfe zu bedanken.

Mehr als 500 Fische sterben
Weil mit dem Löschwasser Heizöl in den Diersburger Dorfbach geflossen war, hatte es Mitte vergangener Woche ein Fischsterben gegeben. Wie die BZ nun erfuhr hatte dieses beachtliche Ausmaße. Nach Auskunft des Landratsamt, bei dem das Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz angesiedelt ist, starben in den Tagen nach dem Brand mehr als 500 große und mittelgroße Fische, hauptsächlich Bachforellen und Bachschmerlen. "Die Tiere wurden aus dem Wasser geborgen", so eine Sprecherin der Behörde. "Hinzu kommen noch unzählige kleinste Jungfische, die im Wasser belassen wurden." Weiter bachabwärts Richtung Niederschopfheim sei das Gewässer vital, teilten Experten mit. Am Montag wurde der Bach hier untersucht.
Am vergangenen Freitag ließen die zuständigen Stellen zudem die angebrachten Ölsperren abbauen. "Es waren unwetterartige Regenfälle gemeldet. Daher bestand die Gefahr, dass die Ölsperren mit einem kurzfristigen Hochwasser weggespült und im weiteren Bachverlauf zu Rückstauungen führen könnten", so die Behördensprecherin. Ein spezielles Vlies zur Ölaufsaugung sei weiter auf dem Bach geblieben.

Wie es weitergeht
Zum größten Teil seien die Brandopfer nach wie vor bei Familienmitgliedern und Freunden untergekommen, berichtet Bürgermeister Heck. Für ein bis zwei Betroffene sei bereits eine Wohnung gefunden worden, in der sie längerfristig bleiben können. Denn bis der betroffene Straßenzug wieder bewohnt werden kann, wird wohl noch einige Zeit vergehen. "Aktuell sind die Gutachter der Eigentümer dort unterwegs. Wie schnell die Abrissarbeiten beginnen können, müssen wir noch schauen. Das ist sicher nicht von heute auf morgen erledigt", so Heck. Die Mitarbeiter der Gemeinde seien in ständigem Austausch mit den Betroffenen. Zeitnah will Heck alle Eigentümer an einen Tisch bringen und mit ihnen besprechen, wie es weitergeht.

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