Hockey

Der HC Lahr bewältigt einen Generationsumbruch

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Fr, 26. April 2019 um 12:18 Uhr

Hockey

Jochen Bornemann, Hockeytrainer beim HC Lahr, sagt im Interview, welche große Aufgabe den Verbandsligisten beschäftigt.

Es fühlt sich an wie ein Saisonstart. Dabei ist es lediglich die Fortsetzung jener Feldsaison, die im Spätsommer des vergangenen Jahres begonnen hatte und durch die Hallenrunde unterbrochen wurde. Eine von mehreren Besonderheiten dieses schönen Spiels mit dem Stock. Der HC Lahr (HCL) macht am Sonntag im Heimspiel gegen die TSG Bruchsal (11 Uhr) den Versuch, sich wichtige Punkte für den Verbleib in der Verbandsliga zu erspielen. Uwe Schwerer hat sich darüber mit HCL-Trainer Jochen Bornemann unterhalten.

BZ: Was sagt der Fachmann: Wo ist das schönere Hockey zu sehen – im Freien oder in der Halle?
Bornemann: Das sind eigentlich zwei unterschiedliche Sportarten (lacht). Das Hallenhockey ist wohl generell publikumswirksamer. Aber eigentlich steht das Feldhockey nach einigen positiven Regeländerungen dem in nichts nach. Die Attraktivität hängt naturgemäß auch von der Spielqualität der Mannschaften ab. In der Halle ist das Spiel auf Verbandsliga-Niveau total attraktiv, aber unser Anspruch ist es, das gleiche Niveau auch auf dem Feld anzubieten. In der Halle spielen nur fünf Spieler plus Torwart, auf dem Feld sind es elf Mann. Das Spiel dort ähnelt von der Taktik her eher den Fußball. Dort gibt es aufgrund der Fläche weniger Strafraumszenen. Ich persönlich finde beides faszinierend. Ich denke an die gerade abgelaufene Euro Hockey League der Vereine in Eindhoven. Da war fantastischer Sport zu erleben, der dem Fußball in keiner Weise nachsteht. Das Hockey hat sich in einer dramatischen Weise positiv entwickelt, es kommt nur nicht so in Deutschland an, weil wir keine ausreichende mediale Präsenz haben. Die Spiele in Eindhoven waren von mehreren Tausend Zuschauern besucht. Der Sport hat in Holland einen ähnlichen Stellenwert wie bei uns Handball.
BZ: Der HCL steht mit vier Punkten aus vier Spielen derzeit auf Platz sechs in der aus acht Teams bestehenden Verbandsliga. Wird es eng im Bemühen um den Klassenerhalt?
Bornemann: Das wird nicht eng, das ist eng. Unser erstes Ziel ist es, Platz sechs zu erhalten. Das ist das Mindeste für den Verbleib in der Liga. Wir erleben derzeit einen Generationsumbruch. Eine Vielzahl von jungen Spielern ist in den Kreis der Herren aufgerückt. Wir stehen vor der Aufgabe, aus einer leicht heterogenen eine homogene Mannschaft machen.
BZ: In der Freiluftsaison braucht es, wie schon gesagt, einen deutlich größeren Spielerkader als in der Halle. Verfügt der HCL über eine ausreichende Zahl von geeigneten Spielern für die Verbandsliga?
Bornemann: Eigentlich sind wir qualitativ und quantitativ gut besetzt. Das Problem ist allerdings, dass wir einige ältere Spieler haben, die, nun ja, älter werden. Es ist relativ ungewöhnlich, dass jemand mit 42 Jahren noch in dieser Liga spielt. Wir müssen alles dransetzen, um uns spielerisch zu entwickeln, um am Ende auf einem sicheren Tabellenplatz in die Zukunft zu schauen. Die kommende Hallensaison wird nicht weniger schwer. Wir stecken in einer Umbruchsituation, die über ein, zwei Jahre gehen wird. Da muss man Geduld aufbringen, Nerven haben. Die sportliche Qualität ist nominell unbestritten. Wir müssen das jetzt aber von Spiel zu Spiel beweisen.

Zur Person: Jochen Bornemann (64) ist seit April 2017 Herrentrainer beim HCL. Er trug im August 1979 erstmals dessen oranges Trikot. Mittlerweile wirkt er auch als Vorstand Sport.