Land und Leute

Der Oberschopfheimer Erich Huck will ein Seniorenorchester gründen

Hagen Späth

Von Hagen Späth

Do, 08. April 2021 um 18:30 Uhr

Friesenheim

Erich Huck ist sein fast 40 Jahren in Blasorchestern tätig. Die Pandemie hat ihn auf den Gedanken gebracht, ein Seniorenorchester zu gründen, für die, die noch Spaß an der Blasmusik haben.

Erich Huck ist ein Musiker, der seit fast 40 Jahren für seine Leidenschaft unterwegs und in einer ganzen Reihe von Blasorchestern in der Region als Dirigent tätig ist. Die Corona-Pandemie und ihre Einschränkungen sowie eine Vielzahl von Auftritten mit Bläser-Duos, Trios oder Quartetten im Freien haben ihn auf den Gedanken gebracht, ein Seniorenorchester zu gründen. Darin sollen ältere Semester mitwirken, die noch Spaß an der Blasmusik haben.

Mit übersprudelnden Worten berichtet der 70-Jährige, der "alles spielt, was aus Blech ist", von den Anfängen seiner Idee, und dass eigentlich alles dafür schon vorhanden ist: genügend interessierte Musiker "mit Lust zum Proben" und Musikinstrumente sowieso. "Ich allein besitze 15 Instrumente." Und einen Proberaum in der Sternenberghalle habe er auch in Aussicht. Huck erinnert sich insbesondere an die Auftritte zur 1000-Jahr-Feier von Friesenheim und Heiligenzell vor fünf Jahren, als er zusammen mit Bürgermeister Erik Weide und Pfarrer Steffen Jelic ein Bläsertrio gebildet und mit mehreren Auftritten, auch beim Festbankett, die Leute begeistert habe. Da sei ihm die Idee gekommen, dass man so etwas häufiger machen könnte.

Seit zehn Jahren leitet Huck den Musikzug Friesenheim, darüber hinaus hilft er immer wieder anderen Kapellen aus, wenn ein Bläser gesucht wird. Seit fünf Jahren ist der Musiker, der im beruflichen Leben sein Geld als Maschinenbautechniker verdient hat, auch beim Blasorchester Kinzigtal dabei. Von Ruhestand kann bei ihm also nicht die Rede sein. Bei anderen Rentnern schon eher. Er kenne so manchen, der gerne wieder nach seinem Abschied aus einem größeren Orchester ab und an sein Instrument in die Hand nehmen würde, um ohne Druck, aber mit Lust und Laune zu musizieren.

Huck will "Senioren hinter dem Ofen hervorlocken"

Deshalb sei auch der Begriff Seniorenorchester eigentlich nicht so ganz zutreffend: "Es muss nicht unbedingt ein Orchester werden", meint Huck. "Vielleicht wäre der Begriff Seniorenmusik besser." Denn es sei genauso gut möglich, zu zweit zu musizieren, zu dritt, in kleineren Gruppen halt: "Alles ist möglich, auch mit Gesang." Ihm komme es vor allem darauf an, die Senioren hinter dem Ofen hervorzulocken, sie zum Spielen zu animieren und dass sie die Stücke spielen können, die sie wollen.

Bleibt noch die Frage, wann es denn losgehen könnte?

"Sofort, wenn es die Corona-Zahlen gestatten", antwortet Huck. Aber spielen könne man ja jetzt auch schon, zum Beispiel als Duo im Freien vor einem Pflegeheim, sagt er. Dann packt er seine Sachen, um nach Ettenheim zu einem kleinen Konzert vor dem Seniorenzentrum am Ettenbach zu fahren. "In Zeiten wie diesen sind die Leute so dankbar für einen solchen Auftritt, das macht richtig Spaß."

Kontakt: Erich Huck, Tel. 07808/2827