Landgericht Offenburg

Der Prozess gegen Yves R. aus Oppenau beginnt im Januar

Helmut Seller

Von Helmut Seller

Di, 24. November 2020 um 13:02 Uhr

Offenburg

Im Sommer beschäftigte der bewaffnete Yves R. Hunderte Polizisten. Erst nach sechstägiger Flucht wurde er gefasst. Ab dem 15. Januar steht der "Waldläufer" von Oppenau in Offenburg vor Gericht.

Er hat nach der Entwaffnung von Polizeibeamten und tagelanger Flucht in den Wäldern um Oppenau für bundesweite Schlagzeilen gesorgt: Nun wird 31-Jährige Yves R. angeklagt. Für Freitag, 15. Januar, 8.30 Uhr, ist der Prozessauftakt gegen den "Waldläufer" von Oppenau vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Offenburg angesetzt. Yves R. ist unter anderem wegen Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

Sechs Termine sind zunächst bis einschließlich Freitag, 19. Februar, für die Verhandlung vorgesehen. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mann eine Freiheitsstrafe zwischen fünf und 15 Jahren. Wird durch das Gericht ein minderschwerer Fall der Geiselnahme angenommen, dann liegt der Strafrahmen zwischen einem und fünf Jahren.


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Das Medieninteresse ist groß: Bei Landgerichtssprecherin Eva Weckert lief am Dienstagmorgen nach Bekanntgabe der Verhandlungstermine das Telefon heiß. Noch allerdings ist unklar, wie dem möglichen Ansturm von Journalisten unter Pandemie-Auflagen begegnet werden soll. Mehr will das Landgericht Anfang des Jahres bekanntgeben: "Noch wissen wir ja nicht, wie die Corona-Beschränkungen dann aussehen", sagt Eva Weckert.

Das Medieninteresse an dem Fall ist groß

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: An der Suche nach Yves R. waren zeitweise mehr als 300 Polizisten, Mitglieder eines Sondereinsatzkommandos und die Bergwacht im Einsatz.

Insgesamt waren über sechs Tage hinweg bis zur Festnahme im 17. Juli rund 2500 Einsatzkräfte beteiligt. Yves R. wird zur Last gelegt, am Vormittag des 12. Juli bei einer Kontrolle in einer Hütte bei Oppenau unter Verwendung einer täuschend echt aussehenden Schreckschusswaffe vier Polizeibeamte bedroht und ihre Dienstwaffen an sich genommen zu haben.


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Bei seiner Festnahme soll er einen der eingesetzten Beamten des Spezialeinsatzkommandos durch einen Schlag mit einem von ihm mitgeführten Beil am Fuß getroffen haben. Hierbei habe der Beamte, wie laut Anklage vom Angeschuldigten "zumindest billigend in Kauf genommen", eine Schnittverletzung und eine teilweise Durchtrennung einer Sehne im Fuß erlitten, aufgrund derer er vorläufig dienstunfähig wurde. Bei den Vernehmungen hat der in U-Haft sitzende Waldläufer bislang geschwiegen.

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