0:0 auf Schalke

Der SC Freiburg verliert zwei Punkte – und Christian Günter

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

So, 17. Februar 2019 um 09:34 Uhr

SC Freiburg

Der Sonntag Vor Spielbeginn hätten die Freiburger wohl ein Remis auf Schalke unterschrieben. Nach 90 Minuten, in denen vor allem der Schiedsrichter im Mittelpunkt stand, war das 0:0 für den Sportclub jedoch zu wenig.

In kleinen Schritten nähert sich der SC Freiburg dem Klassenerhalt: Nach den Unentschieden gegen den VfB Stuttgart und den VfL Wolfsburg spielte die Streich-Elf auch gestern in Gelsenkirchen remis. Das 0:0 schmeichelt allerdings dem Gastgeber, denn die Freiburger verpassten im Revier einen Sieg.

Ein Unentschieden bei Schalke 04 ist für den Sportclub eigentlich ein gutes Resultat. Doch diesmal kann das 0:0 nur als ärgerliches Ergebnis gewertet werden, denn die Freiburger waren in der Arena "Auf Schalke" die bessere und weitaus torgefährlichere Mannschaft, doch sie verpassten zu viele Torchancen.

Am Ende der ersten Hälfte rückt der Schiedsrichter erstmals in den Mittelpunkt

Wegen des Ausfalls des angeschlagenen Robin Koch setzte SC-Trainer Christian Streich im defensiven Mittelfeld auf Amir Abrashi, der neben Kapitän Mike Frantz agierte. Florian Niederlechner und Luca Waldschmidt fanden keinen Platz im Offensiv-Quartett. Nils Petersen und Lucas Höler bildeten das Stürmer-Duo flankiert von Janik Haberer und Vincenzo Grifo. Schalke-Coach Domenico Tedesco indes setzte in der Offensive auf die jungen Spieler Rabbi Matondo und Ahmed Kutucu und ließ Routiniers wie Sebastian Rudy und Yevhen Konoplianka auf der Bank schmoren.

Eine Halbzeit lang entwickelte sich zwischen dem Champions-League-Teilnehmer aus Gelsenkirchen und dem vermeintlichen Außenseiter aus Freiburg ein ausgeglichenes und höhepunktarmes Spiel. Zwei Distanzschüsse – auf Schalker Seite von Mark Uth, auf Freiburger Seite von Haberer – waren die torgefährlichsten Szenen einer Spielhälfte, an dessen Ende der Unparteiische Frank Willenborg aus Osnabrück in den Mittelpunkt rückte.

Eine gute halbe Stunde war verflossen, als Lukas Kübler im Freiburger Strafraum der Ball an den Arm flog. Willenborg ließ sich trotz einer kurzen Kommunikation mit dem Video-Assistenten in Köln nicht beirren und entschied so, wie es wohl die meisten neutralen Zuschauer erwarteten: kein Elfmeter. Pikant: Der TV-Sender Sky befragte sofort den ehemaligen Schiedsrichter Markus Merk zu dieser Szene. Der behauptete, "für seine Begriffe" hätte Willenborg auf Strafstoß entscheiden müssen.

Unmittelbar vor der Pause kam es in der Mittelfeld-Region zu einem Zweikampf zwischen Frantz und dem Schalker Suat Serdar, der mit offener Sohle den Freiburger traf. Willenborg verwies den Gelsenkirchener daraufhin vom Platz und erntete Lob vom erneut zugeschalteten Merk. Dieser Einschätzung beugte sich während der Halbzeitpause auch der Ex-Freiburger in Schalker Diensten, Daniel Caligiuri: "Diese Rote Karte kann man geben."

Der Sportclub erhöht in Überzahl den Druck

In Überzahl setzte der SC Freiburg nach der Pause auf Offensive: Streich brachte Waldschmidt für Höler, zudem wich Frantz seinem Mannschaftskollegen Jerome Gondorf. Der Ex-Bremer hatte bereits in der 46. Minute eine große Torchance, scheiterte jedoch aus kurzer Entfernung per Kopfball am Schalker Torhüter Ralf Fährmann. Über weite Strecken blieben fortan die Freiburger das dominierende Team, nur mit der Chancenverwertung klappte es nicht. In der 61. Minute schoss Waldschmidt aus guter Position am Schalker Tor vorbei, nur eine Minute später vergaben er, Petersen und Grifo gleich drei Torgelegenheiten binnen weniger Sekunden.

In der 71. Minute hatte dann der Freiburger Innenverteidiger Philipp Lienhart das 1:0 für den SC auf der Stirn, doch aus nur einem Meter Distanz köpfte er eine sehr gute Waldschmidt-Flanke am gegnerischen Tor vorbei.

Referee nimmt Freiburger Elfmeter zurück, Günter sieht gelb-rot

Die Höhepunkte der zweiten Halbzeit sind noch immer nicht erzählt: Denn in der 81. Minute pfiff Willenborg einen Elfmeter für den SC Freiburg, nachdem der Schalker Mittelfeldspieler Mascarell im Strafraum eine Grifo-Flanke mit dem Ellenbogen abgeblockt hatte. Der Arm des Gelsenkircheners war angelehnt, der Ball traf ihn zudem aus kurzer Entfernung.

Den Protesten der Gastgeber folgte die Intervention des Video-Assistenten. Daraufhin lief Willenborg zur Seitenlinie und studierte die umstrittene Szene mehrfach und revidierte seine Entscheidung: also kein Elfmeter.

"Falsch", meldete sich anschließend Merk und behauptete, die Schiedsrichter seien vor Saisonbeginn angewiesen worden, in solchen Fällen auf Elfmeter zu entscheiden. Damit nicht genug für den SC: In der Nachspielzeit sah Christian Günter gelb-rot, er wird gegen Augsburg fehlen.

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