Frankreich

Macron will die Eurozone reformieren

Stefan Brändle und Ronny Gert Bürckholdt

Von Stefan Brändle & Ronny Gert Bürckholdt

Mi, 10. Mai 2017

Wirtschaft

Frankreichs neu gewählter Präsident ist ein Freund in Paris, aber ein schwieriger. Einige seiner Ideen werden Widerspruch in Berlin auslösen.

PARIS/FREIBURG. Emmanuel Macron gibt sich als wirtschaftspolitischer Reformer. Aber ist der neue Präsident im Élysée-Palast eher liberal oder eher sozialdemokratisch inspiriert? Ohne es direkt zu sagen, setzt der 39-Jährige Akzente, die an das skandinavische Modell der Flexicurity erinnern – an eine Mischung aus einer flexiblen Wirtschaft bei gleichzeitig ausgebauter sozialer Sicherung. In seinen Vorstellungen von der Zukunft der Eurozone liegt erheblicher Konfliktstoff mit Deutschland.

Wo steht Macron wirtschaftspolitisch?
Die Mehrheit der französischen Wähler hat sich für einen Mann der Mitte entschieden, der – anders als seine Kontrahentin Marine Le Pen, Frankreich in der EU und der Eurozone halten will. Deshalb findet der Freiburger Volkswirtschaftsprofessor Oliver Landmann: "Das mit Abstand Wertvollste für die französische Wirtschaft hat er aber bereits geleistet: Er hat Le Pen verhindert." In Frankreich wird derweil die wirtschaftspolitische Debatte zwischen rechts und links weiterhin ideologisch und emotional geführt. Liberale Stimmen halten Macron für einen Sozialisten alter Schule, der die erfolglose Politik seines Vorgängers, des Sozialisten François Hollande, fortsetzen wolle. Linke Aktivisten bezeichnen den Präsidenten hingegen als Ultraliberalen, der deshalb in Frankreich schon jetzt verhasst sei. Bei nüchterner Betrachtung bedient sich Macron auf beiden Seiten des wirtschaftspolitischen Spektrums.

Macrons Ideen für Reformen in Frankreich
Macron hat eine Steuersenkung für Firmen angekündigt. Die Körperschaftssteuer soll von 33,3 auf 25 Prozent reduziert werden. Bei den Vermögenssteuern will er nur noch die Immobilien heranziehen. Wohlhabende Franzosen sollen in der Folge mehr in die chronisch unterkapitalisierte Wirtschaft des Landes investieren.

Besonders umstritten bei den Linken ist Macrons erklärte Absicht, das Arbeitsrecht zu modernisieren. Eine erste, wenig ...

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