Denkmal für Franz Burda in Offenburg-Fessenbach

Der "SenaTorre" ist eingeweiht – für Hubert Burda ein hochemotionaler Moment

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 03. Juli 2020 um 21:06 Uhr

Offenburg

Hubert Burda und sein Sohn Jacob haben das Denkmal für Vater und Großvater, den Verleger Franz Burda, der Öffentlichkeit übergeben. Sie wünschen sich einen Ort der Inspiration für alle.

Freitagmittag hat Medienunternehmer Hubert Burda in Offenburg-Fessenbach das Denkmal für seinen Vater, den Verleger Senator Franz Burda, 1903 bis 1986, offiziell der Öffentlichkeit übergeben. Das über 14 Meter hohe neogotische Turmdenkmal, leicht kalauernd "SenaTorre" genannt, wurde coronabedingt im kleinen Kreis feierlich enthüllt.

Für Hubert Burda war es ein hochemotionaler Moment im Beisein seines Sohnes Jacob, Offenburgs Oberbürgermeister Marco Steffens, Landrat Frank Scherer, Dekan Matthias Bürkle und einem kleinen Kreis Ehrengäste. Hubert Burda widmet den "SenaTorre" seinem Vater "in Dankbarkeit und zur Erinnerung" und dankte allen Beteiligten, insbesondere Architekt Roberto Peregalli.

"Er ist wunderbar geworden. Ich wünsche dem Turm und uns allen eine friedliche, eine gesunde Zeit. Dass der Turm für Frieden und Kultur lange hier steht. Fessenbach ist ein magischer Ort", sagte Hubert Burda. Dekan Matthias Bürkle gab dem Turm seinen Segen: "Der Turm ist ein Fingerzeig in den Himmel. Der Herrgott schaut auf diese Welt und auf uns."

OB Marco Steffens sagte, dass das Denkmal mit seinem Straßburgbezug und gerade im schmerzlichen Corona-Grenzlockdown deutlich machte, wie untrennbar der Kulturraum dies- und jenseits des Rheins mit einander verwoben ist

OB Marco Steffens sagte in seiner Ansprache in Bezug auf den Straßburger Münsterturm, der von der Stelle des Denkmals aus gut zu sehen ist, ein Anblick, der Franz Burda wichtig war: "Ich glaube, gerade in dieser jetzigen Zeit ist es auch noch mal ein ganz besonderes Symbol – dieser Blick, diese Beziehung nach Straßburg rüber – denn wir haben tatsächlich in diesen Tagen und Wochen erlebt, was es auf einmal bedeutet, wenn man eben nicht spontan nach Frankreich, nach Straßburg, in unseren angrenzenden Kulturraum, fahren kann. Und deswegen ist dies auch ein Zeichen, eine europäische Mahnung: Wir sind eine Gemeinschaft, wir sind ein Kulturraum und wir sind alle Europäer. Und dieses gemeinsame Miteinander kann nur funktionieren, wenn die Menschen auch zusammenkommen können."

Der "kleine Fessenbacher Münsterturm" ist jetzt neben dem Burda-Hochhaus ein weiteres Wahrzeichen für Offenburg

Der "kleine Fessenbacher Münsterturm" ist jetzt neben dem Burda-Hochhaus ein weiteres Wahrzeichen für Offenburg, das von der historischen Verbindung zum Unternehmen und der Familie Burda zeugt. Den SenaTorre will Burda auch als Symbol für herausragende, kreative Schaffenskraft verstanden wissen, eingebettet in die Naturschönheit des Oberrheintals.

Straßburg, das Münster, Erwin von Steinbach, der junge Sturm-und-Drang-Goethe und seine Gedichte

Der Denkmalort in den Reben über dem Fessenbacher Burda-Schlössle war Lieblingsplatz von Senator Franz Burda, um Kraft zu schöpfen, nachzudenken und neue Ideen zu entwickeln. Seinen jüngsten Sohn Hubert hat er hier viel über die kulturellen Leistungen erzählt, die im Oberrheintal erbracht wurden – wie etwa die Bauten des Straßburger und des Freiburger Münsters, die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg in Straßburg oder auch das Wirken von "Sturm- und Drang-Lyriker" Johann Wolfgang von Goethe, der 1770/71 in Straßburg eine glückliche Zeit verlebte, die ihn zu vielen seiner Gedichte inspirierte.

Auch für Hubert Burda ist dieser Platz ein Rückzugsort. Bei einem seiner Spaziergänge kam er auf die Idee mit dem Denkmal. Das Ergebnis ist der 14,5 Meter hohe SenaTorre, erbaut nach einem Entwurf des Mailänder Architekten Roberto Peregalli. Aus Peregallis Feder stammt auch schon der Entwurf des Pavillons im Felix-Burda-Garten vor dem Schlössle. Von diesem aus schlängelt sich ein kleiner Pfad hoch zum SenaTorre. Nach Hubert Burdas Wunsch sei der Turm ein Ort, um innezuhalten, die Aussicht zu genießen, Kraft zu tanken, die Gedanken schweifen und sich zu kleinen und vielleicht auch großen Ideen inspirieren zu lassen.