Urlaub

Der Tourismus in Todtmoos erholt sich

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Fr, 20. Mai 2022 um 16:00 Uhr

Todtmoos

Die Zahl der Übernachtungen im heilklimatischen Kurort Todtmoos steigt wieder. Eine endgültige Erholung wird aber erst für kommendes Jahr erwartet,

Zwei pandemiebedingt harte Jahre mit einem monatelangen Beherbergungsverbot liegen hinter den Beherbergungsbetrieben in Todtmoos. Im vergangenen Jahr konnten aber immerhin im Vergleich zu 2020 steigende Übernachtungszahlen verzeichnet werden, die Zahl der Ankünfte sank dagegen, zeigte Teamleiterin Claudia Steinhardt von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) auf. Mit einem deutlichen Aufschwung wird erst im kommenden Jahr gerechnet.

Nicht einfach waren die vergangenen Jahre für die Inhaber der Beherbergungsbetriebe, sagte Claudia Steinhardt eingangs. Von November 2020 bis Mai 2021 galt ein Beherbergungsverbot, der Sommer 2021 war geprägt durch eingeschränkte Einreisebedingungen für Gäste aus dem Ausland, Impfnachweise in den Beherbergungsbetrieben und Testpflicht. Dies habe den Aufenthalt nicht unbedingt angenehm gemacht, fuhr sie fort. Zudem gab es massive Auflagen für die Infrastruktur wie Bäder und Saunen.

Fast 155000 Übernachtungen

Im Jahr 2021 standen in 190 Betrieben (ohne Zweitwohnungen) 1960 Betten zur Verfügung. In Sachen Übernachtungen konnte im Vergleich zu 2020 ein leichtes Plus von 1347 verzeichnet werden, insgesamt 154 598 Übernachtungen (Vorjahr 153 242) wurden gezählt.

Um 3328 auf 27 258 (Vorjahr 305 586) war dagegen die Zahl der Ankünfte gesunken. In Betrieben mit mehr als zehn Betten sank die Zahl der Übernachtungen leicht um 213 auf 121 719 und die Zahl der Ankünfte um 3633, insgesamt wurden 29 848 Ankünfte verzeichnet. In Betrieben mit weniger als zehn Betten stieg die Zahl der Übernachtungen dagegen trotz der halbjährigen Schließung um 1726 auf 32 870, auch bei der Zahl der Ankünfte war ein Plus von 398 (insgesamt 6774) zu verzeichnen.

In der Pandemie Trend zu kleineren Häusern

In Pandemiezeiten zeige sich der Trend der Gäste, auf kleinere Betriebe zu setzen, sagte Steinhart. Dies belegen die Übernachtungen im Kategorienvergleich. Deutlich um 3830 zurückgegangen war die Zahl in Hotels, Gasthäusern und Pensionen, auch Ferienwohnungen und -häuser verzeichneten ein Minus von knapp 1000. Der Wohnmobilstellplatz wurde ebenfalls weniger frequentiert (minus 1113). Mehr Übernachtungen konnten dagegen in Privatzimmern (63) sowie Erholungsheimen und Hütten (431) verzeichnet werden. Auch die Zahl der Übernachtungen in den Kliniken stieg um fast 6800 auf 72 620. In allen Kategorien wurden weniger Ankünfte gezählt, eine Ausnahme machten da die Kliniken mit einem minimalen Plus von acht.

Was die Nationalität der Gäste betrifft, kamen diese überwiegend aus Deutschland (21 999). Dies zeige, dass Deutschland in Pandemiezeiten als Reiseziel beliebt sei, so Steinhart. Lediglich 5029 Gäste kamen aus dem Ausland, allen voran die Schweizer (3334), gefolgt von Niederländern (731) und Franzosen (403). Fast der komplette ausländische Markt sei weggebrochen, es werde noch etwas dauern, bis sich dieser erhole, so Teamleiterin Claudia Steinhardt. Aber inzwischen habe man bereits wieder Gäste aus Israel, England und Spanien verzeichnen können.

In Sachen Übernachtungen und Ankünfte läge man in Todtmoos in etwa auf dem Level anderer Gemeinden, habe aber, was die Übernachtungen betrifft, anders als andere Gemeinden ein kleines Plus erzielt, erklärte Claudia Steinhardt auf Frage von Dirk Haselwander (Freie Wähler). Und auf weitere Frage des Gemeinderates nach der Bewerbung von Todtmoos durch die HTG: Man sei auf wichtigen Messen vertreten und habe auch in Pandemiezeiten Märkte wie Israel, Spanien, Italien und Nordamerika bearbeitet und sei dabei mit Aktionen vor Ort.