DFB-Pokal

Der Traum der SC-Junioren endet diesmal im Halbfinale

Bernd Friedmann

Von Bernd Friedmann

Mo, 18. März 2019 um 00:00 Uhr

SC Freiburg

Die A-Junioren des SC Freiburg sind im DFB-Pokal beim Bundesliga-Tabellenführer VfB Stuttgart chancenlos und verlieren deutlich.

A-Junioren-DFB-Pokal, Halbfinale: VfB Stuttgart – SC Freiburg 4:0 (2:0)

Schade, schade, SC Freiburg: Die U19 als Rekordhalter in diesem Wettbewerb (sechs Siege) zog beim VfB unerwartet klar nach ausgeglichenen ersten 30 Minuten den Kürzeren.

SC-Coach Thomas Stamm war 45 Minuten nach Ende der Partie und nach einer längeren Aussprache in der Kabine völlig bedient. Er und sein Trainerteam standen lange nach dem Abpfiff auf dem teilweise rutschigen Grün des Robert-Schlienz-Stadions: "Wir hatten viel Gesprächsbedarf. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Doch die jüngeren Jahrgänge können aus so einem Spiel auch etwas lernen."

Einzig der antrittsschnelle Kevin Schade, in der 56. Minute eingewechselt, war neben Matteo Di Giusto ein Lichtblick als SC-Feldspieler. Schade, schade Sport-Club – das war zu wenig. Damit hält die derzeitige Negativserie der A-Junioren an. Wettbewerbsübergreifend war es die fünfte Niederlage in Folge.

Beim Tabellenführer der Bundesliga Süd/Südwest begann der Pokalverteidiger lebhaft und entschlossen. Kapitän Yannik Keitel schoss nur knapp am Tor vorbei (3.). Das frühe Ausscheiden ihres Technikers Kevin Grimm, der sich nach 19 Minuten ohne Einwirkung eines Gegners am Knie verletzte, schien die Gastgeber vor 1800 Zuschauern zu schocken. "Wir hoffen, dass er keine schwere Knieverletzung erlitten hat. Ansonsten ist es für uns perfekt gelaufen", sagte VfB-Trainer Nico Willig. Der quirlige SC-Angreifer Di Giusto bediente Enzo Leopold, doch der zielte über das Tor.

Der für Grimm eingewechselte Lilian Egloff brachte dann den mutiger werdenden VfB mit seiner schnellen, bulligen aber doch technisch versierten Spielweise auf die Siegerstraße. SC-Keeper Noah Atubolu wehrte zunächst einen Schuss von VfB-Stürmer Leon Dajaku (wie Egloff noch U17) nur nach vorne ab. Der ebenfalls im wahrsten Sinne des Wortes bärenstarke Eric Hottmann sagte per Abstauber Danke – 1:0 (34.).

180 Sekunden später der zweite Nackenschlag für die Südbadener: Egloff spielte einen Zuckerpass auf Dajaku. Der gebürtige Waiblinger, der schon zweimal Bundesliga-Luft bei den Aktiven schnupperte, ließ sich nicht bitten – 2:0 (37.). Danach verletzte sich André Barbosa da Silva nach einem mehr als gelbwürdigen Foul von Umut Günes so schwer an der Hacke, dass er noch vor der Pause durch Nicolaj Placzek ersetzt werden musste.

Doch der erwischte einen schwarzen Tag. Placzek hielt Hottmann im Strafraum, den Foulelfmeter verwandelte Per Lockl zur Vorentscheidung (3:0/62.). Keine 60 Sekunden später hatte Hottmann das 4:0 auf dem Fuß, Atubolu hatte etwas dagegen. Das war SC-Trainer Stamm zu viel. Er holte Placzek nach 66 Minuten wieder herunter. "Wir hatten uns von seinem starken linken Fuß viel versprochen. Lieber nehme ich dann einen Spieler wieder heraus", meinte Stamm zu seiner Personalentscheidung.

Keine 60 Sekunden später erzielte Dajaku nach klasse Vorarbeit von Egloff den 4:0-Endstand. Schade (84.) und Lucas Hermes (86.) hätten noch Ergebniskosmetik betreiben können. Doch VfB-Torhüter Sebastian Hornung parierte gut. Im Endspiel am 24. Mai in Potsdam trifft der VfB auf RB Leipzig, das gegen Dortmund 9:8 (1:1) im Elfmeterschießen gewann.

Freiburg: Atubolu; Treu, Risch, Michel, Barbosa da Silva (45.+5 Placzek, 66. Keckeisen), Keitel (56. Schade), Di Giusto, Leopold, Hermes, Mendez (69. Ezekwem), Weißhaupt. Tore: 1:0 Hottmann (34.), 2:0 Dajaku (37.), 3:0 Lockl (62./FE), 4:0 Dajaku (67.). SR: Windeln (Wegberg). ZR: 1800.