Wehr-Öflingen

Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit nützt Öflinger Firma Weck

Erika Bader

Von Erika Bader

Sa, 20. Juli 2019 um 16:32 Uhr

Wehr

Der Konservenglas-Hersteller Weck kann einen stabilen Umsatz verzeichnen und schafft neue Arbeitsplätze. Ein Grund: Weck-Gläser als nachhaltige Verpackung liegen derzeit im Trend.

Der Öflinger Verpackungsglas- und Haushaltskonservenglashersteller Weck kann für das Geschäftsjahr 2017 einen stabilen Umsatz von 44,9 Millionen Euro verzeichnen. Das entspricht genau dem Umsatz des vorangegangenen Geschäftsjahres 2016. Für das Jahr 2018 sieht Eberhard Hackelsberger, Geschäftsführer der J. Weck GmbH und Co. KG einen Umsatz von 45,2 Millionen Euro und für 2019 prognostiziert er einen Umsatz von 48 Millionen Euro.

Die positive wirtschaftliche Lage des Unternehmens zeigt sich, abgesehen von den Zahlen, auch ganz praktisch am Handeln des Öflinger Unternehmens. Vor rund drei Jahren hat die Firma Weck die österreichische Traditionsmarke Rex zurück ins Leben gerufen. Mittlerweile werden ein bis zwei Millionen Rex-Gläser jährlich verkauft. "Für den Laien mag das nach viel klingen, aber für eine Glashütte ist das nicht viel. Es wird noch drei bis vier Jahre dauern, bis das Ganze richtig Fahrt aufnimmt, aber der Absatz nimmt jetzt schon zu", so Hackelsberger im Gespräch mit der Badischen Zeitung.

"Einkochgläser als nachhaltige Verpackung liegen jetzt im Trend. Plastik ist out." Geschäftsführer Hackelsberger

Die Markenrechte von Rex hat die Firma Weck seit 1926 inne. Ehemals wurden sogar fünf Marken unter dem Dach der Weck vertrieben: Weck, Rex, Norma, Speer und Adler Progress. Jede Marke, so Hackelsberger hatte ihre regionale Stärke. Gläser, die den Namen Rex tragen werden heute überwiegend in Österreich, Ungarn, Slowenien und Teilen Bayerns verkauft. "Einkochgläser als nachhaltige Verpackung liegen jetzt im Trend. Plastik ist out", so Hackelsberger.

Ende Oktober geht im Werk in Bonn-Duisdorf eine neue Produktionsstraße in Betrieb. Die Anlage, die für Spezialgläser gebaut wird, soll dann Gläser mit einem Fassungsvolumen von 4,4 Litern herstellen. "In der Gastronomie sind diese großen Gläser gefragt", erklärt Hackelsberger. Zwölf weitere Arbeitsplätze sollen durch die neue Produktionsstraße geschaffen werden. Allerdings vertreibt das Öflinger Unternehmen auch kleinere Haushaltskonservengläser mit steigender Tendenz, wie auch die Zahlen des Jahresabschlussberichts belegen. Im Jahr 2017 konnte der Umsatz im Bereich Haushaltskonservenglas mit einer Steigerung von zwei Prozent im Vergleich zu 2016 leicht erhöht werden. Diese Entwicklung führt Hackelsberger unter anderem auch darauf zurück, dass es immer mehr Single-Haushalte gibt: "Die Haushalte sind immer kleiner geworden und die Gläsergrößen auch."

Für die Zukunft sieht Hackelsberger das Unternehmen auf der sicheren Seite: "Wir könnten das drei- bis vierfache Produzieren von dem was wir bisher herstellen. Aber größer wollen wir nicht werden. Auch wollen wir weiterhin in Deutschland produzieren." Herausforderungen könnten in Zukunft allerdings durch eine mögliche CO2-Steuer auf das Unternehmen zukommen. "Wenn in der Politik darüber gesprochen wird, wird es so dargestellt, als könne man einfach einen Schalter umlegen. Finanziell und auch technisch lassen sich solche Entscheidungen aber nicht so schnell umsetzen – das wäre ein wahnsinniger Aufwand", sagt Hackelsberger.