Start im Nebel

Der Verkehr rollt auf der Umfahrung Staufen

Hans-Peter Müller

Von Hans-Peter Müller

Fr, 06. November 2020 um 13:00 Uhr

Staufen

Um 11.11 Uhr war es am Freitag soweit: Die ersten Autos fuhren im dichten Nebel auf das gerade freigegebene Teilstück der Staufener Umfahrung. Damit ist der erste Bauabschnitt des Projekts nun fertig.

Um 11.11 Uhr war es am Freitag soweit: Die ersten Autos fuhren im dichten Nebel auf das gerade von Projektleiter Rainer Dellenbach am einen Ende und RP-Mitarbeiterin Lisa Ruh am anderen Ende freigegebene Teilstück der Staufener Umfahrung.

Mit dem Stück zwischen Ortseingang und dem Kreisverkehr an der Wettelbrunner Straße ist der erste Bauabschnitt des Großprojekts nun fertig. Das andere Teilstück zwischen Wettelbrunner und Grunerner Straße wurde bereits am 19. Juni für den Verkehr freigegeben.

Grüne Regierungspräsidentin zufrieden

"Mit der Eröffnung des ersten Bauabschnitts der Ortsumfahrung haben wir ein wichtiges Etappenziel zur Entlastung der Ortsdurchfahrt von Staufen erreicht", sagte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer. Über den Zeitpunkt des Baubeginns des zweiten Abschnitts von der Grunerner Straße bis zur L 123 am Ortsausgang in Richtung Münstertal werde in Abstimmung mit dem Ministerium für Verkehr voraussichtlich Mitte kommenden Jahres entschieden. Damit sei eine verkehrliche

Entlastung der Innenstadt von bis zu 80 Prozent möglich.



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Land investiert 7,5 Millionen Euro

Geplant und gebaut wird die insgesamt 4,1 Kilometer lange Ortsumfahrung im Westen der Stadt Staufen durch das Regierungspräsidium Freiburg im Auftrag des Landes Baden-Württemberg. Die Gesamtkosten des ersten 2,7 Kilometer langen Bauabschnitts liegen bei rund 7,5 Millionen Euro. "Von dieser Investition profitieren die unmittelbaren Anlieger der bestehenden Ortsdurchfahrt. Der Verkehrslärm und die Luftschadstoffe werden deutlich abnehmen. Zudem wird mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger gewonnen. Insgesamt ist diese Verkehrsfreigabe ein wichtiger Schritt hin zu mehr Lebensqualität in ganz Staufen", betont Verkehrsminister Winfried Hermann.

Planungen gehen bis in die 70er-Jahre zurück

Die ersten Planungen einer Ortsumfahrung zur Verbesserung der innerstädtischen Situation in Staufen reichen in die 1970er Jahre zurück. Im Sommer 2007 wurde das Planfeststellungsverfahren eingeleitet, das mehr als sechs Jahre andauerte. Anhand der eingegangenen Einwendungen und Stellungnahmen wurde die Planung optimiert. Der Bau des ersten Abschnitts der Umgehungsstraße startete im September 2018. Zudem wurde ein Durchlass für den Tunsler Graben sowie eine Geh- und Radwegunterführung gebaut.

Teilstück schon seit Juni befahrbar

Der Straßenabschnitt zwischen Wettelbrunner Straße (L 129) und Grunerner Straße (L 125) ging bereits am 19. Juni unter Verkehr, damit die parallel verlaufende Gemeindestraße rückgebaut und die angefallenen Erdmassen wiederverwendet werden konnten. Im kommenden Jahr wird im Bereich des ersten Bauabschnitts noch bis voraussichtlich Herbst 2021 die Brücke über den Neumagen saniert und um einen Gehweg ergänzt.

Wie geht es weiter?

Das Umsetzungskonzept zur Ortsumfahrung Staufen beruht auf einem gerichtlichen Vergleich aus dem Jahr 2015, den das Land Baden-Württemberg zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten aus dem Planfeststellungsverfahren geschlossen hatte. Darin wurde vereinbart, dass nach Freigabe des ersten Bauabschnittes eine aktualisierte Verkehrsprognose eingeholt wird, auf deren Grundlage in Konkurrenz zu den dann insgesamt anstehenden Baumaßnahmen des Landes entschieden wird, wann der zweite Bauabschnitt umgesetzt wird. Dass die Ortsumfahrung komplett gebaut wird, stehe dagegen nicht mehr in Frage, weil nur so die angestrebte Entlastungswirkung erreicht werden könne, heißt es aus dem Regierungspräsidium. Derzeit werde die für die anstehende Prognose relevante Verkehrsmenge auf allen Landesstraßen im Stadtgebiet und auf der neuen Umfahrungsstraße erfasst. Hierzu wurden mehrere Dauerzählstellen eingerichtet, daneben sind auch temporäre Auswertungen wichtiger Knotenpunkte vorgesehen. Auf dieser Datengrundlage könne im kommenden Jahr die aktualisierte Verkehrsprognose erstellt und voraussichtlich Mitte 2021 das weitere Vorgehen festgelegt werden.