Der Werkhof holt sich Strom vom Dach

Rolf Reißmann

Von Rolf Reißmann

Do, 02. April 2020

Grenzach-Wyhlen

Eine neue Solaranlage versorgt das Verwaltungsgebäude mit grünem Strom.

GRENZACH-WYHLEN. Seit zwei Wochen arbeitet die neue Solarstromanlage auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes im Werkhof. Gemeinsam mit der Genossenschaft Bürgerenergie Dreiländereck war das Projekt entworfen und umgesetzt worden. Aus den installierten 57 Modulen lässt sich eine Energiemenge von 18 000 Kilowattstunden im Jahr erzeugen. Der Strom wird überwiegend für den Eigenbedarf des Werkhofes eingesetzt.

Für die Versorgung des Geländes war eine neue Heizanlage fällig, dazu ist aber vorgeschrieben, auch erneuerbare Energie zu nutzen. Deshalb wurde die Solaranlage auf dem Dach geplant. Nun dienen zwei neue Gaskessel für die eigentliche Wärmeversorgung, der auf dem Dach gewonnene Strom verringert die Entnahme aus dem öffentlichen Netz. "Die neuen Module sind deutlich leistungsstärker als frühere Ausführungen, deshalb erreichen wir auch mit relativ kleinen Anlagen sehr beachtliche Leistungen", erklärte Martin Völkle, Vorsitzender der Genossenschaft Bürgerenergie. Bürgermeister Tobias Benz bezeichnete die Zusammenarbeit mit der Genossenschaft als völlig unkompliziert. "Da die Gemeinde Mitglied der Genossenschaft ist, setzen wir natürlich möglichst viele solcher Projekte um", sagte er. "Allerdings sind eben leider doch etliche der Dächer auf öffentlichen Gebäuden aus baulichen Gründen nicht dazu geeignet, Solaranlagen zu tragen."

So wurde bei der Sanierung der Hochrheinhalle zwar überlegt, auch dort Module aufzusetzen, doch das war aus statischen Gründen nicht möglich. Gleiches ist für das Schulzentrum zu erwarten. Andererseits wird bei der Planung der Kindertagesstätte an der Neuen Mitte eine Solaranlage auf dem Dach des jetzigen Pavillons der Bärenfelsschule erwogen. Zwar beträgt das Gewicht eines Moduls nur etwa 13 Kilogramm, doch mit der Installation verändern sich auch die zu kalkulierenden Wind- und Schneelasten, das trifft besonders bei großen Spannweiten zu. Keinesfalls darf mit einer Solaranlage die Stabilität eines Daches verringert werden. Der Gemeinde sei daran gelegen, erforderliche Dachsanierungen mit dem Aufbau von Solaranlagen zu verbinden, diese Kombination sei auch wirtschaftlich sinnvoll, meinte der Bürgermeister.

Die Anlage auf dem Werkhof ist das zweite mit der Genossenschaft Bürgerenergie Dreiländereck umgesetzte Projekt, das erste war die Solaranlage auf dem Kindergarten Löwenzahn. Diese ist mit rund 22 000 Kilowatt Peak etwas leistungsstärker als die jetzt in Betrieb genommene. Tobias Benz freute sich, in diesen Tagen der Corona-Krise mal wieder ein langfristiges Thema aufgreifen zu können, schließlich müsse auch an die Zukunft gedacht werden.