Deutsche Skispringer im Leistungsloch

dpa, bz

Von dpa & BZ-Redaktion

Mo, 18. Januar 2021

Skispringen

Markus Eisenbichler Achter in Zakopane / Der Norweger Marius Lindvik gewinnt Einzelwettbewerb.

(dpa/BZ). Frust statt Freude: Deutschlands Skispringer um Markus Eisenbichler sind nach der Vierschanzentournee in ein kleines Leistungsloch gefallen. Der 29 Jahre alte Bayer durfte am Sonntag in Zakopane zwar ein paar Minuten in der Box des Führenden verbringen, landete am Ende aber nur auf Rang acht und verfehlte damit auch im dritten Einzel nach dem Traditionsevent das Podest.

"Das Fazit fällt eher bescheiden aus. Ich bin heute nicht so gut gesprungen, ich habe immer so ein bisschen einen Fehler. Die Schanze ist sehr schwierig. Bei mir war es heute ein bisschen ein Kampf", sagte "Eisei". Bundestrainer Stefan Horngacher, der in Titisee-Neustadt wohnt, erkannte im Vergleich zum Vortag eine Verbesserung und sagte in der ARD, "die Kapelle ist nach vorne marschiert".

Eisenbichlers Gesamtweltcup-Rivalen Halvor Egner Granerud (Norwegen/23.) und Kamil Stoch (Polen/11.) ließ Eisenbichler zwar hinter sich, gegen die Besten um den norwegischen Tagessieger Marius Lindvik hatte er aber keine Chance. "Ich muss auf mich schauen. Ich muss mich wieder langsam nach vorne arbeiten. Ich bin auf einem guten Weg. Ich habe wieder extrem Bock", kündigte Weltmeister Eisenbichler mit Blick auf die nächsten Wettbewerbe an. Hinter Lindvik komplettierten Anze Lanisek (Slowenien) und Robert Johansson (Norwegen) das Podest. Für Karl Geiger geht seit dem "Stockerl"-Platz in Bischofshofen nicht mehr viel. Nach zwei enttäuschenden Resultaten vor einer Woche in Titisee-Neustadt (25. und 11.) klappte es auch in Zakopane kaum besser: Mit Sprüngen auf 126 und 129,5 Meter schaffte es Geiger als 25. auch diesmal nicht in die Top-Ränge. "So ganz schlau werde ich aus dem Wochenende nicht. Es ist einfach nicht leicht gegangen. Das muss ich jetzt mal sacken lassen", sagte er in einer ersten Reaktion. Zuvor hatte er im Auslauf frustriert abgewunken. Pius Paschke (Kiefersfelden) wurde 13., Severin Freund (Rastbüchl) 16. und Martin Hamann (Aue) 17.

Das Teamspringen am Samstag hatte bereits für ein paar besondere Geschichten gesorgt. Die von Corona schwer geplagten Österreicher gewannen ohne ihren Starspringer Stefan Kraft. Ihr Team mit Michael Hayböck, Jan Hörl, Philipp Aschenwald und Daniel Huber) landete vor Polen und Norwegen. Das deutsche Team (Freund, Paschke, Geiger, Eisenbichler) kam lediglich auf den sechsten Rang. Die Österreicher hatten in diesem Winter schon einmal ein Teamspringen für sich entschieden: in Wisla im November – danach infizierten sich nacheinander fast alle A-Kader-Springer mit dem Coronavirus.

Springen in Willingen und Klingenthal

Bis zur Heim-Weltmeisterschaft in Oberstdorf (23. Februar bis 7. März) sind es noch gut fünf Wochen, auf dem Weg warten zwei bedeutende Weltcup-Heimspiele in Willingen und Klingenthal.

Horngacher und seine Skispringer hoffen, schnell wieder zur Form vom Saisonstart zu finden. Damals gewann Markus Eisenbichler zwei Einzelwettbewerbe nacheinander, auch die folgende Vierschanzentournee war mit dem zweiten Gesamtrang von Geiger durchaus erfolgreich verlaufen.