Die Akte Hauser bleibt offen

Franz Schmider

Von Franz Schmider

Do, 11. Dezember 2008

Deutschland

Vor 175 Jahren wurde in Ansbach Kaspar Hauser ermordet, doch der Mythos lebt / DNA-Untersuchungen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen

Ein Porzellan-Engel links, eine Gips-Putte rechts, eine silberne Krone auf dem Sockel der Stirnseite – "es geht noch", kommentiert Werner Bürger den Anblick mit einem leichten Schulterzucken. Im Sommer, aber auch nach einem Todestag, sehe es hier ganz anders aus. Dann bevölkern Herden von Holzpferdchen das Grab. Bürger, Leiter des Markgrafenmuseums von Ansbach, zieht die Stirn in Falten, rollt die Augen und lächelt wissend. Er denkt sich seinen Teil, spricht es aber nicht aus. Das ist auch nicht nötig.

Am 17. Dezember wird wieder so ein Tag sein, dann jährt sich der Todestag von Kaspar Hauser zum 175. Mal. Dann wird es wieder voll um das Grab und es werden wohl auch wieder allerhand Devotionalien zurückbleiben. "Hier liegt Kaspar Hauser – Rätsel seiner Zeit – unbekannt die Herkunft – geheimnisvoll der Tod". So steht es auf dem Sandsteinblock.

Der Friedhof der ehemaligen Residenzstadt Ansbach in Franken strahlt eine fast majestätische Ruhe aus. Alte Grufthäuser bilden eine Art Mauer, die das Areal säumt. Das Versprechen, dass niemand vergessen wird, ist hier ein aus Stein gemauertes Faktum. Aber die meisten Fremden, die kommen, haben dafür kein Auge, sie folgen dem Schild, das schon am Eingang steht: "Kaspar Hauser Grab". Die letzte Ruhestätte des unglücklichen Mannes liegt etwas am Rande.

"Sie können einen Meter
Bücher über Hauser lesen – und wissen hinterher nicht mehr als zuvor."

Werner Bürger, Museumsleiter Von diesem Grab ist es zu Fuß nur eine Viertelstunde zum Markgrafenmuseum. Dort steht in großen Lettern an die Wand geschrieben: Kaspar Hauser lebt! Der Mann ist wahrlich ein Rätsel.

Und ...

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