Légion étrangère

Die Anziehungskraft von Frankreiches Fremdenlegion

Michael Neubauer

Von Michael Neubauer

Sa, 04. Januar 2020 um 18:47 Uhr

Ausland

BZ-Plus Frankreichs Légion étrangère zieht Männer aus allen Ländern magisch an. Ein Besuch im Hauptquartier in Aubagne, wo die Fremdenlegion junge Männer aus aller Welt rekrutiert.

Am Rande des geteerten Exerzierplatzes schneiden zwei Gärtner die Rosen. Ein Soldat bewacht die Einfahrt zur Fremdenlegion, beim Empfangsschalter steht über einer Tür "Information – Rekrutierung".
Junge Männer warten darauf, aufgerufen zu werden. Drei von ihnen unterhalten sich auf Spanisch: Sie kommen aus Südspanien, Kolumbien und Argentinien. Ein anderer sitzt auf einer Bank, er trägt schwarze Sneakers, blaue Knickerbocker und ein weißes T-Shirt, darauf ein Totenkopf und ein Motorrad. Er ist Algerier, zieht an seiner Zigarette, schaut auf den Boden. "Wenn ich die Aufnahme schaffe, werde ich das Rauchen vermutlich sein lassen müssen", sagt er und grinst.
Ein neues Leben als Legionär – für viele ein Traum
26 Jahre ist er alt, seinen Namen möchte er nicht nennen. Momentan lebe er bei Freunden in Nîmes, und an diesem Morgen komme er erstmals hierher ins Hauptquartier der Fremdenlegion in Aubagne, um den Versuch zu wagen: ein neues Leben als Legionär zu beginnen. Wie seine Freunde träumt auch der junge Algerier schon lange davon: "Das Training, die Mission, das Leben in der Gruppe, die Erfahrungen, die man macht – all das reizt mich."
Es klingt, als hätte er sich diese Sätze zurechtgelegt. Jetzt sei er reif für die Aufnahmetests. Aus dem Internet weiß er, was auf ihn zukommen wird in den nächsten Tagen. Dass er zeigen muss, dass er körperlich fit und stark ist. "Klar, mir geht es auch um den festen Job und um den Sold, den ich verdienen würde." Aber nicht nur: "Die Fremdenlegion macht uns zu besseren Männern."
Die Legion gibt es seit 1831 – sie ist ein Mythos
Das Rekrutierungsbüro der Légion étrangère in Aubagne hat rund um die Uhr geöffnet, 365 Tage im Jahr. Ausländer zwischen 17 und 40 Jahren kommen aus aller Welt nach Frankreich, weil sie in der Fremdenlegion dienen wollen. Jährlich versuchen derzeit 8000 bis 10 000 Männer ihr Glück – aber nur einer von acht wird genommen. Nach den Terroranschlägen von Paris und Nizza wurde die Elitetruppe leicht aufgestockt auf 9000 Legionäre. 90 Prozent von ihnen sind Ausländer.
Die Legion ist ein Mythos. König Louis-Philippe hat sie 1831 ins Leben gerufen, seither waren Legionäre bei allen Einsätzen der französischen Armee dabei, in den Kolonialkriegen und den Weltkriegen. 40 000 Männer sollen in den 188 Jahren Legionsgeschichte ihr Leben gelassen haben – aus Treue zu Frankreich.
Hier, am Ortsrand des Städtchens Aubagne vor den Toren von Marseille, ist das Maison mère, das Hauptquartier der Fremdenlegion. 550 Legionäre und zivile Mitarbeiter arbeiten hier, überwiegend in der Verwaltung und ...

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