Die Arbeit geht nicht aus

Ilona Hüge

Von Ilona Hüge

Sa, 23. März 2019

Weisweil

Bürgerinitiative Polder Wyhl/Weisweil blickt auf ereignisreiches Jahr / Neuer Vize Bernd Nössler.

WEISWEIL. Die Bürgerinitiative "Polder Wyhl/Weisweil – so nitt" hat am Donnerstag im Gasthaus Ochsen auf ihr arbeits- und ereignisreichstes Jahr seit der Gründung zurückgeblickt. Das sagte der Vorsitzende Dieter Ehret in seinem Bericht. Informationen gab es zu zukünftigen Aufgaben, ein Wechsel fand im Vorstand statt: Bernd Nickola wurde als stellvertretender Vorsitzender verabschiedet, Bernd Nössler neu gewählt.

Zum Ende des Jahres 2018 begann das Planfeststellungsverfahren für den Polder Wyhl/Weisweil: Die Pläne und Unterlagen des Regierungspräsidiums Freiburg gingen an das Landratsamt Emmendingen. Im Vorfeld hatten viele Informationsveranstaltungen stattgefunden, darunter die zentrale Veranstaltung des Regierungspräsidiums für die vier betroffenen Rheingemeinden Sasbach, Wyhl, Weisweil und Rheinhausen. Die Bürgerinitiative hatte eine Unterschriftenaktion gestartet. 7700 Unterschriften wurden schon vor dem Einstieg ins Verfahren an Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer überreicht.

"Wir haben uns bewegt, das Land nicht", fasste Dieter Ehret die Bemühungen von BI und Gemeinden zusammen. Die Bürgerinitiative und die vier betroffenen Gemeinden lehnen ökologische Flutungen ab und setzen sich für eine erweiterte Schlutenlösung ein. Diese solle, so der Kompromiss, erprobt und beobachtet werden. Sollte diese nicht zum Ziel führen, sei nichts verbaut, so die Argumente. Aus dem Regierungspräsidium war zuletzt signalisiert worden, einen Probelauf von fünf Jahren während der Bauzeit zu erwägen.

Prüfung der Studie zur Umweltverträglichkeit

Die Terminvielfalt bleibt: Die Bürgerinitiative wird sich wie bisher mit den politischen Vertretern der Region treffen. Es gibt Arbeitsgruppen-Treffen und es werden ab April künftig regelmäßige Treffen im ehemaligen Gemeindehaus in Weisweil stattfinden, um die Umweltverträglichkeitsstudie durchzugehen. "Es ist ein dickes Buch", sagte Schriftführerin Anna Haag. Sie regte an, in Arbeitsgruppen Kapitel für Kapitel durchzuarbeiten.

"Es wird jetzt eine aktive Zeit. Wir brauchen alle Unterstützung", sagte Weisweils Bürgermeister Michael Baumann. "Wichtig ist, dass wir uns für unsere Interessen einsetzen". Baumann und die Bürgermeister Jürgen Louis (Rheinhausen) und Ferdinand Burger (Wyhl) dankten der Bürgerinitiative für die gute Zusammenarbeit. "Wir sollten uns nicht auseinanderdividieren lassen, und mit der Bevölkerung und der Bürgerinitiative den Weg weitergehen", sagte Jürgen Louis.

Er sprach damit Verlautbarungen des Regierungspräsidiums zum Probebetrieb an, die Verwirrung gestiftet hätten. "Es ist wichtig, den Menschen in der Region klar zu machen, dass das Regierungspräsidium bisher nichts anbietet", sagte Louis. Auf die gemeinsame Stellungnahme, in der Gemeinde und Bürgerinitiative eine ergebnisoffene Probe forderten, habe "bisher niemand reagiert, sagte Louis. Es sei "Augenwischerei", was als Angebot aus dem Regierungspräsidium komme, sagte Ferdinand Burger.

Die Formalien in der Hauptversammlung waren schnell abgehakt. Die Kasse der Bürgerinitiative legte zu, auch dank vieler Spenden im letzten Jahr, wie Kassenwart Rainer Klaer mitteilte. Bürgerinitiative und Gemeinden zahlen zusammen den Rechtsanwalt, der sie berät: "Da können wir die Spenden gut gebrauchen", sagte Ehret. Wahlen gab es für das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden, Bernd Nickola (Weisweil), einer der Gründer der Initiative und inzwischen fast 20 Jahre dabei war, kandidierte nicht mehr. Als Nachfolger wurde Bernd Nössler (Wyhl) gewählt.