Planung für S-Bahn-Ausbau kann beginnen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 14. Oktober 2021

Kreis Lörrach

Wiesentalkonferenz beauftragt Bahn konkret zu planen und hält daran fest, die Beschleunigung des Halts am Zentralklinikum zu prüfen.

(BZ). Der Zweckverband Regio-S-Bahn (ZRL) 2030 meldet einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Ausbau der Garten- und Wiesentalbahn. In der Wiesentalkonferenz, die am 13. Oktober nichtöffentlich im Lörracher Burghof tagte, sei die Bahn definitiv mit der Vorplanung des Ausbaus beauftragt worden, ist einer Mitteilung des ZRL zu entnehmen. Das sei in enger Abstimmung mit dem Schweizer Bundesamt für Verkehr(BAV) und dem Verkehrsministerium des Landes erfolgt, heißt es weiter.

Der ZRL, der den Kreis Lörrach und die Kommunen entlang der deutschen Strecken versammelt, verfolgt das Ziel, die S-Bahn attraktiver zu machen. Der Viertelstundentakt zwischen Lörrach und Basel ist auf Schweizer Seite dabei bereits als Bestandteil des Bahn-Ausbauschritts 2035 definiert. Inzwischen hat auch das Land signalisiert, diesen Ausbau zusammen mit einer Förderung aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz des Bundes (BGVFG) zu unterstützen, wenn die Förderfähigkeit bestätigt wird. Darüber hinaus hat es angekündigt, die Taktverdichtung der S 6 zwischen Basel und Lörrach zu bestellen und zu finanzieren.

Der Ausbau umfasst aber auch die Anbindung des neuen Großklinikums, das im Osten der Stadt Lörrach entsteht. Zudem schafft er eine Basis für weitere Angebotsergänzungen. So könnte die S 5 aus Weil bis Schopfheim künftig alle Unterwegshalte bedienen oder der 15-Minuten-Takt der S 6 Richtung Basel über den Badischen Bahnhof hinaus verlängert werden. Die Vorabklärungen haben aber auch ergeben, dass dieses verbesserte Angebot zusätzliche Doppelspurabschnitte benötigt, und zwar zwischen Riehen und Stetten, Brombach und dem Zentralklinikum sowie in Schopfheim. In Riehen hat das zuletzt Vorbehalte der Gemeinde stimuliert und erst am Mittwoch hat sich die örtliche EVP mit einer Petition gegen die Doppelspur im Dorfzentrum an das Basler Parlament und die Regierung gewendet.

Nach längerem Vorlauf hat der ZRL die Bahn nun gleichwohl mit den Leistungsphasen 1 und 2 beauftragt. In diesen Phasen, an deren Finanzierung sich laut Mitteilung auch die Schweiz beteiligt, werden alle Grundlagen erarbeitet und darauf basierend der Infrastrukturbedarf definiert. Zudem versichern die Projektträger mittels der Erkenntnisse "Anliegen aus der Bevölkerung gebührend zu berücksichtigen". Hinter der verklausulierten Formulierung steht das Bemühen, die in der Öffentlichkeit kritisierte späte Inbetriebnahme des Halts am Klinikum zu beschleunigen. Nun wird weiter geprüft, ob dieser vorzeitig realisiert werden kann.

Die Beteiligten der Wiesentalkonferenz jedenfalls ziehen in der Mitteilung ein positives Fazit. Er freue sich, dass die Planung des Ausbaus nun "zielgerichtet" fortgeführt werde. Das Land würde es sehr begrüßen, wenn diese "zügig voranschreiten, auch für die Anbindung des Zentralklinikums", lässt sich Berthold Frieß, Amtschef im Verkehrsministerium, zitieren. Sie sei überzeugt, dass die S-Bahn so zukunftsfähiger werde, betont Landrätin Marion Dammann. Thorsten Krenz, Konzernbevollmächtigter der Bahn im Land, versichert, dass diese die Planung nun mit Nachdruck vorantreibe. Auch BAV-Vizedirektorin Anna Barbara Remund zeigte sich zufrieden damit, "dass es mit diesem wichtigen grenzüberschreitenden Projekt nun vorwärts geht."