Informationsveranstaltung

Die Bewohner der Rheinfelder Siedlung haben großes Interesse an der Zukunft des Gebiets

Ingrid Böhm-Jacob

Von Ingrid Böhm-Jacob

Mi, 22. Mai 2019 um 15:00 Uhr

Rheinfelden

Die Bürger diskutieren bei der gut besuchten Auftaktveranstaltung zum Masterplan für die Siedlung in Rheinfelden mit der Verwaltung. Sie wünschen sich mehr Gestaltungsfreiheit.

Die Grundzüge der Siedlung zu erhalten, stellt keine leichte Aufgabe dar. Bei der gut besuchten Auftaktveranstaltung zum Bebauungsplan für das 27 Hektar große Kernstadtgebiet zeigte sich, dass die städtebaulich wichtigen Gestaltungsmerkmale zusammenhängender Grünflächen vor und hinter den Häusern auch an Grenzen stoßen. OB Klaus Eberhardt erklärte zum Abschluss des Abends, dass die Anregungen in den Planungsprozess aufgenommen werden und er ließ erkennen, "dass wir die eine oder andere Nuss zu knacken haben".

Dass der Informationsabend über den Masterplan mit Architekt Thomas Thiele und den Mitarbeitern des Stadtbauamts als Moderatoren und Ansprechpartnern auf breites Interesse stoßen wird, war zu erwarten. Entsprechend gut gefüllt waren die Stuhlreihen im Bürgersaal am Montag beim Vortrag über die Baugeschichte der Siedlung, die in den 1930er Jahren mit Einfamilien- und Doppelhäusern entstanden ist. Im Mittelpunkt stand die Nachverdichtung in einer kleinmaßstäblichen Bebauung.

Mehr Gestaltungsspielraum

Über 120 Teilnehmer, die in der Siedlung Zuhause sind sowie Gemeinderäte aus allen Fraktionen als Beobachter nahmen teil. Es wurde im Saal engagiert und intensiv diskutiert. Nicht alle Bürger aus der Siedlung stimmten den Ansätzen der geordneten Nachverdichtung aber mit fliegenden Fahnen zu, mit der die Grundzüge der Planung erhalten werden sollen. Sie brachten zwar zur Sprache, dass Vorgaben akzeptiert werden, wünschten sich aber bei der Anordnung von Anbauten und Dachformen größeren Spielraum als der Masterplan vorsieht.

Vier Quartiere unter der Lupe

Die Siedlung setzt sich aus vier unterschiedlich aufgebauten Bereichen mit verschiedenen Grundstückzuschnitten zusammen. Entsprechend wurden zur Meinungsbildung vor den jeweiligen Plangebieten auch vier Gruppen gebildet, die sich angeleitet von Mitarbeiter des Stadtbauamts mit den Möglichkeiten in ihrem Wohnumfeld intensiv auseinandersetzten. Dabei stellten sie konkrete Fragen zu den individuellen Möglichkeiten aus- oder anzubauen. Den größten Zulauf fand dabei das Quartier drei.

Dabei handelt es sich um ein großes Rechteck in der Mitte des Siedlungsgebiets, dem Bereich mit besonders vielen Anwohnern. Wenn dies und das nicht machbar ist, war aus Gruppen vor den Stellwänden zu hören, "kann ich mein Projekt knicken". Die Beschränkung durch gestalterische Vorgaben scheint vielen zu weit zu gehen. Bei den Gebäudehöhen bis zwei Geschosse plus Dach zeichnete sich noch am ehesten Zustimmung ab. Immer wieder war der Wunsch nach Wahlmöglichkeiten zu hören und bei einigen auch Interesse, stärker zu bebauen. Auch die Frage der Stellplätze auf den Grundstücken beschäftigte dabei.

Ein Bebauungsplan

Abschließend fasste der Oberbürgermeister die breit gefächerte Interessenlage der Bewohner mit der kommunalpolitischen Zielsetzung auf dem Nenner zusammen, dass sich der Planungsprozess am Anfang befinde und deshalb "mit Elastizität ausgestattet" sei. Weil die Grundstücke in der Siedlung unterschiedlich bemessen sind, manche gehen bis zu zehn Ar, kündigte er an, dass ein "Ausgleich zwischen klein und groß" gefunden werden müsse. Es handle sich beim Masterplan um "kein starres System". Deshalb sollen in dem startenden Prozess die von vielen gewünschten Erweiterungsmöglichkeiten berücksichtigt werden, sowohl bei den Baukörpern wie den Dachformen. Aber auch die Schaffung von Stellplätzen auf den Grundstücken werde geprüft.

Als klaren Auftrag nahm Eberhardt den Wunsch nach Tempo 30 im gesamten Gebiet mit. Die Befürchtung einzelner, dass die Alemannenstraße aus dem anschließenden Gebiet Grendelmattt III durchgehen könnte, erteilte er eine öffentliche Absage. Geprüft wird auch die Frage, wie leistungsstark das Kanalnetz ist. Bei den kommenden Schritten im Verfahren, sprach der OB mehrfach die Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung an und die klare Zielsetzung, einen Rechtsplan zu erarbeiten, der für die gesamte Siedlung gilt. Als Zeithorizont nennt die Verwaltungsspitze ein Jahr bis der Bebauungsplan stehen soll, eine Veränderungssperre fürs Gebiet ist bis dahin angedacht.