Bedeutender Denker

Die Botschaft von Albert Schweitzer ist aktueller denn je

Martin Graff

Von Martin Graff

Sa, 11. April 2020 um 17:59 Uhr

Bildung & Wissen

BZ-Plus Albert Schweitzer arbeitete als Arzt, Philosoph, Theologe und Musiker. Zuhause war er im Schwarzwald und im Elsass – und in Afrika. Martin Graff erinnert sich an den friedliebenden Weltbürger.

Albert Schweitzer: Sein Name steht für Nächstenliebe und Menschlichkeit – Werte, die heute, in Zeiten von Corona-Pandemie und Flüchtlingselend, besonders wichtig sind. Die "Ehrfurcht vor dem Leben" war der Dreh- und Angelpunkt auch seines Lebens. Der Weltbürger und Antinationalist Schweitzer, Gründer des legendären "Urwaldhospitals" in Lambarene, wuchs im Elsass auf, lebte aber auch im Schwarzwald. Sein Elternhaus in Gunsbach im Münstertal ist heute ein Museum. Es ist so geblieben, wie der Doktor es 1959 bei seinem letzten Aufenthalt in Europa verlassen hatte.
Zur Person: Albert Schweitzer
Um ein Haar hätte die Welt nie von Albert Schweitzer erfahren und das amerikanische Life-Magazin hätte ihn am 6.12. 1947 nicht auf den Titel gehoben – "The greatest Man of the World ". Im Herbst 1917 nämlich lag das von Martin Niemöller, dem späteren Hitler-Gegner, kommandierte deutsche U-Boot U-151 vor dem Hafen in Dakar. Im Visier das Passagierschiff Afrique mit Albert und Helene Schweitzer an Bord. Der Torpedobeschuss blieb aus.

Ein paar Wochen später, im November 1917, erreichten beide Bordeaux in Frankreich. Auf dem Weg zur Kaserne, wo sie einquartiert wurden, hielt man sie für Spione und sie wären von einer wütenden Menschenmenge beinahe gelyncht worden. Gendarmen mussten sie schützen. Von Bordeaux aus wurden sie als deutsche Gefangene noch in zwei weiteren Lagern untergebracht.

Als Elsässer galt er als Feind der Franzosen
Schweitzer war damals als Elsässer deutscher Staatsbürger, denn das Elsass war nach dem Krieg von 1870 bis 1871 an Deutschland gefallen. Der Doktor war seit 1913 in Lambarene tätig, in der Kolonie  Französisch-Äquatorialafrika, heute Gabun. Bei Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er dort genauso wie seine Frau als "Feind" unter Hausarrest gestellt und später nach Frankreich gebracht.

Am 12. Juli 1918 wurden die elsässischen Gefangenen über Zürich ins Elsass überführt. Zwischen Tarascon und Lyon hielt der Zug an. Dazu Schweitzer: "Als der Station die Ankunft und der Aufenthalt eines  train d’internés (Zug mit Gefangenen) gemeldet wurde, ...

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