Gemeindeentwicklungskonzept

Die Friesenheimer Jugend war in der Bürgerwerkstatt gefragt

Christine Ehlenbröker

Von Christine Ehlenbröker

So, 17. November 2019 um 19:00 Uhr

Friesenheim

In einer weiteren Bürgerwerkstatt zum Gemeindeentwicklungskonzept Friesenheim hat jetzt die Jugend ihre Prioritäten dargelegt: Ökologie, W-Lan, E-Mobilität und ÖPNV

Am Freitagnachmittag hat in der Sternenberghalle eine weitere Bürgerwerkstatt für das Gemeindeentwicklungskonzept stattgefunden, jetzt war die Jugend gefragt. Die erschien allerdings nicht in allzu großer Zahl, von 30 angemeldeten Jugendlichen und Kindern und waren etwa 20 gekommen. Doch diese haben zahlreiche Ideen eingebracht.

Das Alter der Teilnehmer reichte von neun bis 25 Jahre. Die Moderation hatten zwei Mitarbeiter des memoU-Instituts inne. Im Beisein von mehreren Gemeinderäten, Bürgermeister Erik Weide und Andreas Pahlow vom Jugendbüro haben sich die Jugendlichen durchaus sehr viel einfallen lassen, wie die Gemeinde emissionsärmer, sozialer und insgesamt moderner werden könne.

Mehr Ahornbäume pflanzen

In Sachen Ökologie taten sich ein Neun- und ein Elf-Jähriger besonders hervor. Sie schlugen vor, mehr Ahornbäume zu pflanzen, da diese besonders viel CO2 in Sauerstoff umwandeln. Mehr Windräder sollten her, und mit Förderung von Sonnenenergie solle Friesenheim weitgehend unabhängig von Energieversorgern werden. Außerdem könne jeder mit einem Müllsack seine Joggingrunde erledigen und dabei Müll einsammeln. Dies könne auch organisiert und in den Ortschaften reihum abwechselnd geschehen.

Im Laufe des Nachmittags hatten sich als Themenschwerpunkte die Nahversorgung und Digitalisierung, Mobilität, Ökologie sowie Gemeinschaft, Vereine und Freizeit herauskristallisiert. Hier dominierten bald die Wünsche nach offenem W-LAN an frequentierten Plätzen, zügigem Glasfaserausbau und stabilerem W-LAN in der Schule – dieses sei oft überlastet, wenn viele Schüler es nutzen.

Wunsch nach Freibad fiel wieder weg

Gewünscht wurden auch Treffpunkte für junge Menschen, eine Aufwertung der vorhandenen Basketballplätze mit Bänken, Tischen und Unterstand, die Erweiterung des Ferienprogramms auf weitere Schulferien und die Renovierung des Schulschwimmbeckens. Der Wunsch nach einem Freibad wurde zwar geäußert, aber wieder fallen gelassen, da man den Baggersee und das Freibad in Lahr durchaus auch mit dem Fahrrad erreichen kann. Ähnliches galt auch für den Wunsch nach einem Kino. Auch der Wunsch nach einem barrierefreien und schöneren Bahnhof wurde geäußert, Ladestationen für E-Scooter und E-Bikes, einer Mountainbikestrecke im Wald und eine bessere Ausleuchtung manch dunkler Ecke in Oberweier.

Besonders am Herzen in punkto Mobilität lag den Teilnehmern eine bessere Taktung der Schulbusse; die vorhandenen seien oft überfüllt und unpünktlich, und es sollten mehr größere Busse eingesetzt werden. Zudem sehen sie die Einzelfahrt für 15-jährige Schüler mit 2,50 Euro als zu teuer an.

Die jungen Mitbürger fanden aber durchaus auch Punkte, die bereits zufriedenstellend seien. Beispiele waren unter anderem die Verteilung der Bushaltestellen, die Frequenz der Buslinie 104, der Laufbus für Grundschüler und sichere Gehwege. Die Mitgliedsbeiträge der Vereine wurden als fair empfunden.

Zum Schluss gab es vor der versprochenen Pizza anerkennende Worte vom Bürgermeister: "Ich bin begeistert davon, wie strukturiert und mit wie viel Selbstsicherheit ihr so viele Themen angesprochen habt. Das verdient Respekt, und ich hoffe, dass davon möglichst viel auch in den Jugendclub einfließen wird."

"Selbst, wenn nur fünf Kinder und Jugendliche erschienen wären, hätte sich die Veranstaltung dennoch gelohnt", zeigte sich Weide trotz der relativ geringen Resonanz zufrieden.