Taiwan

Die grüne Arche Noah: Hier wachsen 35.000 Pflanzen aus aller Welt

Otto Schnekenburger

Von Otto Schnekenburger

Fr, 08. Mai 2020 um 20:00 Uhr

Panorama

BZ-Plus Ein Pflanzenzentrum in Taiwan bewahrt Gewächse auf, die anderswo vom Aussterben bedroht sind. BZ-Redakteur Otto Schnekenburger durfte dort wahre Raritäten sehen.

Sie ist die allerletzte ihrer Art und heißt Eria gagnepainii. Ihr Anblick lässt Chun-Ming Chen für einen Moment verstummen. "Wir stellen von bedrohten Arten wie dieser eine ,Rettungspflanze’ her", sagt er und tritt einen Schritt zur Seite, damit seine Besucher aus Deutschland die Eria gagnepainii andächtig betrachten können.

Wir befinden uns im Südwesten Taiwans, knapp 10.000 Kilometer Luftlinie von Freiburg entfernt. Rund 50 Kilometer von der Küste entfernt, im Vorland des Gebirges, steht das Cecilia Koo Botanic Conservation Center, kurz KBCC – das Pflanzenzentrum mit der weltweit wohl größten Artenvielfalt an tropischen und subtropischen Gewächsen. Chun-Ming Chen leitet die Einrichtung mit zwei Kollegen, neben ihm begleitet uns die kanadische Naturwissenschaftlerin Jean Linsky, die wegen ihrer Leidenschaft für Pflanzen ihren Lebensmittelpunkt quer über den Pazifischen Ozean verlegt hat.

Die letzten ihrer Art
Das KBCC beherbergt also das letzte Individuum der Orchideenart. Die Wissenschaftler sind dabei, die Pflanze wieder zu kultivieren. Erst 2010 wurde die Eria gagnepainii in Taiwan entdeckt und als neue Orchideenart klassifiziert: Nur eine einzige Population habe damals in der Natur existiert, erzählt Chun-Ming Chen. Sie wuchs am Stamm eines in den Regenwäldern Taiwans weit verbreiteten Baumfarn. Immer gegen Anfang März blüht diese seltene Schönheit.

"Auf den Salomonen gibt es mehr als 8000 Pflanzenarten. Viele von ihnen sind von der Abholzung der Wälder bedroht." Chun-Ming Chen "Vor zwei Jahren hat mir der Wissenschaftler, der die Pflanze entdeckte, erzählt, dass der Baumfarn abgestorben ist. Und mit ihm die Eria gagnepainii", sagt Chun-Ming Chen mit einem tiefen Seufzer. Das KBCC hat daraufhin einen Vermehrungsplan für die Eria gagnepainii erstellt, mit dem Ziel, sie bald wieder in die Freiheit entlassen zu können. "Wir hoffen, dass wir sie bald in ihrem natürlichen Lebensraum aussetzen können." Das ist der angestrebte Idealfall: Eine ins KBCC ...

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