Die heimische Natur neu entdecken

Ruth Seitz

Von Ruth Seitz

Do, 22. Oktober 2020

Wyhl

Der Naturlehrpfad im Wyhler Wald wurde rechtzeitig zum 50-jährigen Bestehen zeitgemäß und familiengerecht neu gestaltet.

. Corona hat schon vieles zunichte gemacht, auch die Feier für den neu gestalteten Naturlehrpfad im Wyhler Rheinauewald, "der dies zweifelsohne verdient hätte", wie Bürgermeister Ferdinand Burger bei der Einweihung am Mittwoch betonte. So wurde "auf Abstand" eingeweiht und nur mit den Gästen, die unmittelbar mit der Neugestaltung des Naturlehrpfads zu tun hatten.

Trotzdem gab es nur strahlende Augen: Neu gestaltete Tafeln, eine Hörstation, zwei Klapptafeln und ein Drehtafel-Spiel, neue und instandgesetzte Wege und Brücken, eine optimierte Wegeführung – im kommenden Jahr wird der Lehrpfad in Wyhl 50 Jahre alt und präsentiert sich nun rechtzeitig zum runden Geburtstag attraktiv und besucherfreundlich.

Dass all dies ohne die engagierten Mitglieder des Schwarzwaldvereins niemals möglich gewesen wäre, das betonten sowohl Bürgermeister Burger als auch Regina Biss vom Naturschutzreferat des Regierungspräsidiums Freiburg. Der Schwarzwaldverein habe über fünf Jahrzehnte hinweg außerordentliches Engagement gezeigt. Klaus Mathes, Bernd Nössler, Gerhardt Rutkowsky samt den Wyhler Jungjägern, Gerhard Vitt, Revierförster Alex Schulz, Bauhof-Leiter Jürgen Hüttner und viele andere ehrenamtlich engagierte Menschen hätten den Pfad in Zusammenarbeit mit Claudia Leitz vom Regierungspräsidium Freiburg und dem Fachbüro "Erlebnispfade-Service" Andreas Ringwald aus Rust zeitgemäß und familiengerecht neu gestaltet, lobte Ferdinand Burger. Ideengeber und Initiator der Neukonzeption sei Klaus Mathes gewesen. Planungs- und Bauzeit hätten rund drei Jahre in Anspruch genommen. Angelegt hat den Naturlehrpfad im Wyhler Wald vor rund 50 Jahren Meinrad Schwörer gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten.

Der Naturlehrpfad liegt im Naturschutzgebiet "Rheinniederung Wyhl-Weisweil", das 1995 ausgewiesen wurde. Mittlerweile ist das Gebiet auch Bestandteil des Flora-Fauna-Habitatgebiets "Taubergießen, Elz und Ettenbach" sowie des Vogelschutzgebietes "Rheinniederung Sasbach – Wittenweier". Weiter ist das Gebiet Bestandteil des Ramsar-Gebiets "Oberrhein" und Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000". Dass das Gebiet einen so hohen Schutzcharakter genießt, legt laut Regierungspräsidium Zeugnis davon ab, wie viele Vogel-, Tier- und Pflanzenarten dort zu finden sind, viele von ihnen selten und deshalb schützenswert geworden. Es sei bedauerlich, dass nach ihren Erfahrungen immer weniger Kinder und Jugendliche Kenntnisse über die heimische Flora und Fauna hätten, bedauerte Regina Biss.

Sie bestätigte wie auch Andreas Ringwald, dass die Zusammenarbeit mit der Verwaltung, dem Gemeinderat und dem Bauhof, ebenso wie mit allen anderen Beteiligten jederzeit harmonisch und konstruktiv gewesen sei und bedankte sich auch bei Bürgermeister Burger für dessen Engagement. "Erkunden Sie alles in Ruhe, um das Stück heimische Natur kennenzulernen", betonte sie.

Andreas Ringwald erläuterte kurz die Konzeption des Naturlehrpfades. Die rund vier Kilometer lange Strecke sei eigentlich für alle gut machbar, für Familien mit kleinen Kindern, aber auch für ältere Menschen. Sein Büro beschäftigt sich seit 2012 intensiv mit der Beschilderung von Erlebnis und Naturlehrpfaden.

Bernd Nössler freute sich über den "besonderen Tag" und die neue Beschilderung, insbesondere, dass die Tafeln auch die französische Übersetzung zeigten. Alle, die den Naturlehrpfad über all die Jahre hinweg begleitet und in Stand gehalten hätten, hätten eine besondere Verbundenheit zum Rheinauewald gezeigt. Er hoffe, dass sich auch Menschen in den kommenden Generationen finden, die dieses Engagement weiterführen.