Die lustigste Art, Gutes zu tun

Alexander Anlicker

Von Alexander Anlicker

Di, 12. November 2019

Neuenburg

Spielt vor ausverkauften Häusern: die Markgräfler Lachbühne und ihr aktuelles Stück "Ruhestand – und plötzlich war die Ruhe weg".

NEUENBURG AM RHEIN (alx). "Lachbühne" – der Name ist Programm: Bei der Premiere des jüngsten Stücks "Ruhestand – und plötzlich war die Ruhe weg" im Neuenburger Stadthaus wurde viel und kräftig gelacht. Bei den Stücken der Markgräfler Lachbühne um Regisseur Peter Steinbeck sind Spaß und gute Laune vorprogrammiert, und so waren nicht nur die beiden Aufführungen am Wochenende im Neuenburger Stadthaus restlos ausverkauft, auch für die Gastspiele am Freitag, 15. November, in der Wolferhalle in Blansingen sowie am Samstag, 16. November, in der Hügelheimer Festhalle sind keine Karten mehr zu bekommen. Sehr zur Freude von Regisseur Steinbeck und dem Vorsitzenden der Markgräfler Lachbühne, Bernd Merle, sind fast 1500 Karten verkauft worden.

Der Theaterbesuch sei "die lustigste Art, Gutes zu tun", sagte Peter Steinbeck und erinnerte daran, dass der Erlös der Aufführungen für wohltätige Zwecke gespendet wird – im vergangenen Jahr wurden unter anderem das Haus Engels in Bad Bellingen, das Frauenhaus in Lörrach sowie die Initiativen Tigerherz und Spatz an der Freiburger Uniklinik unterstützt. Und darum geht: Nach 43 Jahren und fünf Monaten geht Julius Klein in den Ruhestand. Alfons Klingele spielt den handwerklich talentfreien ehemaligen Verkaufsleiter, der den von Gattin Therese (Beate Berger) geleiteten Haushalt und die kleine Zimmervermietung gehörig durcheinander wirbelt.

Wie chaotisch das zugeht, zeigte das Brainstorming zum Mittagessen, dass zur Kombination Grießbrei, Fischstäbchen und Sauerkraut führt. Als Julius Freunde Hans-Rudi (Stefan Scheidt) und Erwin Hirsch (Roland Kappeler) zu Hause ebenfalls neue Managementmethoden einführen wollen, platzt den Gattinnen Therese Klein, Karola Brand (Beate Sänger) und Gisela Hirsch (Jasna Kappeler) der Kragen. Sie suchen sich mit Unterstützung von Tochter Susanne Klein (Alicia Scheidt) und ihrem Verlobten Stefan Seubert (Stefan Anlicker) einen Job, und die drei Männer müssen sehen, wie sie mit dem Haushalt zurechtkommen – das Chaos lässt nicht lange auf sich warten. Zusätzlich für Verwirrung sorgen Pensionsgast Karl Mai (Bernd Merle) und Julius ehemalige Sekretärin Liselotte Schlüpfer (Anja Hamburger).

Das Ensemble spielte gut drei Stunden lang hochkonzentriert. Die Akteure mussten in rund drei Monaten Vorbereitungszeit einiges an Text lernen. Trotzdem war den Schauspielern die Freude am Spielen sichtlich anzumerken, so dass der Funke schnell auf das Publikum übersprang. Für Begeisterung und Lacher sorgten die von Alfons Klingele dargebotenen cholerischen Anfälle von Julius Klein, aber auch Roland Kappeler der für seine Rolle als Erwin Hirsch sogar das Stottern lernte. Stefan Anlicker ist die Idealbesetzung für den schnoddrig-frechen Studenten Stefan Seufert und eine Bereicherung für die Schauspieltruppe.