Pandemie

Die Maskenpflicht in Innenräumen kommt im Herbst wohl zurück

dpa

Von dpa

Di, 09. August 2022 um 20:45 Uhr

Deutschland

Bund und Länder streiten über Ausnahmen für frisch Geimpfte im neuen Infektionsschutzgesetz. Als wahrscheinlich gilt jedoch eine neue Maskenpflicht in Innenräumen – aber erst im Herbst.

Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich bei einer deutlich verschlechterten Corona-Lage im Herbst und Winter auf die Rückkehr zur Maskenpflicht in Innenräumen einstellen. Bei einer Gesundheitsministerkonferenz (GMK) von Bund und Ländern wurden am Dienstag heftige Differenzen über vom Bund vorgesehene Ausnahmen für frisch Geimpfte deutlich.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte: "Klargestellt ist, dass Maskenpflicht in Innenräumen bei einer angespannten Pandemielage die Regel sein soll." Mehrere Länder hatten im Vorfeld Kritik an geplanten Ausnahmen geübt. Dabei geht es um den Plan, Menschen von der Maskenpflicht in Restaurants, bei Kultur- und Sportveranstaltungen zu befreien, wenn ihre Impfung nicht älter als drei Monate ist. "Nur in Ausnahmefällen soll davon abgewichen werden können", sagte Lauterbach. Von einem frisch Geimpften gehe "selbst dann ein relativ geringes Infektionsrisiko aus, wenn er keine Maske trägt".


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Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) forderte Lauterbach hingegen auf, die "fragwürdigen Ausnahmen" von der Maskenpflicht für frisch Geimpfte und Genesene aus dem Gesetz zu nehmen. Ein Drei-Monats-Impfintervall widerspreche den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Nach Angaben der GMK-Vorsitzenden und Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) haben die Länder darauf hingewiesen, dass Masken-Ausnahmen nur schwer kontrollierbar seien.

Das von Lauterbach und Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) vorgelegte Schutzkonzept für den Herbst bezeichnete Grimm-Benne aber als gute Grundlage, damit die Länder einen "Instrumentenkasten" zur Verfügung gestellt bekommen. Auch Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) lobte: "Da sind eine Menge Sachen drin, mit denen man sehr gut umgehen kann."

Indes zog Lauterbach mit seinen Äußerungen zur vierten Impfung Kritik auf sich. "Es wäre besser, wenn Lauterbach seine Zunge etwas besser im Griff hätte", sagte Stiko-Mitglied Rüdiger von Kries am Dienstag im TV-Sender Welt. "Ich halte das Drängeln von Herrn Lauterbach hier für fehl am Platz", sagte auch Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann (FDP).

Eine zweite Auffrischungsimpfung gegen Corona – insgesamt dann die vierte Spritze im Impfschema – wird von der Stiko derzeit für Menschen über 70, Vorerkrankte und Pflegepersonal empfohlen. Lauterbach hatte schon im Juli gesagt, dass vier Impfungen auch für Jüngere in bestimmten Fällen sinnvoll sein könnten, insbesondere wenn sie "ganz viele Kontakte" hätten.