Bus und Bahn

Die Ortsteile von Efringen-Kirchen fühlen sich abgehängt vom Nahverkehr

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 05. Januar 2021 um 17:01 Uhr

Efringen-Kirchen

Eine SPD-Umfrage zum Nahverkehr bestätigt Probleme bei der Verknüpfung von Bus- und Schienenverkehr in Efringen-Kirchen. Die Partei will nun die Debatte forcieren.

Der SPD-Ortsverein Efringen-Kirchen hatte zum Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn sowie der SWEG in Efringen-Kirchen eine Umfrage gestartet und dabei von Bürgern wissen wollen, wie sie die Winterfahrpläne 2020/21 bewerten und welche Verbesserungen sie wünschen, um den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) attraktiver und den Umstieg "weg vom Auto" leichter zu machen. Ein Ergebnis: Ortsteile ohne Bahnanschluss fühlen sich im Nachteil.
Armin Schweizer, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, hält in der Pressemitteilung zur Auswertung der Umfrage fest, dass die Beteiligung daran rege gewesen sei. Die Ortsteile ohne Bahnanschluss hätten den Eindruck, so ein Ergebnis, deutlich benachteiligt zu sein. Bürger hätten zudem die wenigen und dazu noch schlechten Verbindungen nach Basel, Freiburg oder Lörrach beklagt. Gewünscht worden sei eine getaktete Verbindung zur Rheintalbahn sowie eine Erreichbarkeit der Ortsteile mit dem Bus auch nach 18 Uhr und am Wochenende.

Busse in Schienenknoten besser einbinden

Unter den Rückmeldungen seien auch Verbesserungsvorschläge von einem Nahverkehrsberater eingegangen, so die SPD in ihrer Mitteilung weiter. Ulrich Grosse habe sich im Rahmen einer Studie über die Kandertalbahn-Reaktivierung intensiv mit dem gesamten Busnetz im Markgräflerland befasst. Auch Ulrich Grosse habe die Verknüpfung der Ortsteile mit der Rheintalbahn als Schwachstelle erkannt, in den Mittelpunkt seiner Überlegungen gestellt und eine möglichst gute Lösung dafür gefordert.

Einen Lösungsansatz verfolge er aufgrund der Gegebenheit, so die SPD, dass sich in Efringen-Kirchen meist die Züge in Richtung Norden und in Richtung Süden begegnen und sich die Busse in diesen Schienenknoten besser einbinden lassen müssten. Dazu bräuchte es einen Stundentakt, vertrete Grosse. Möglich gemacht werden solle dieser, indem für Kleinkems und Istein nur an Schultagen Busse vorgesehen werden, um die Schulen zu bedienen. Der Grundbedarf könne über die auf der Rheintalbahn verkehrenden Regionalbahnen abgedeckt werden. Dadurch würden Kapazitäten frei. Für die anderen Ortsteile seien Busverbindungen erforderlich, die sowohl dem Schüler- und Berufsverkehr als auch anderen Nutzern dienten, resümiert die SPD, um in Efringen-Kirchen Bahnanschlüsse nach Freiburg oder Basel/Lörrach zu erreichen.

Durchgehende Buslinie nach Lörrach

Als weiteres Nahverkehrsangebot regte Ulrich Grosse eine durchgehende Buslinie an, die ohne Umstieg von Efringen über Egringen, Schallbach, Wittlingen und Rümmingen nach Lörrach führt und ebenfalls in Efringen in den Bahnknoten eingebunden sein sollte. So könnte auch von Welmlingen, Huttingen oder Wintersweiler die Verbindung nach Lörrach mit nur einem Umstieg möglich sein, ebenso die nach Basel oder nach Freiburg. Die Voraussetzungen für ein attraktives Nahverkehrsnetz in Efringen-Kirchen bewertete Grosse aufgrund der Struktur der Rheintalbahn-Fahrpläne als relativ gut, hebt die SPD hervor.

SPD-Kreisrätin Marion Caspers-Merk hatte wiederholt im Kreistag das Thema "Buswüste Markgräflerland" angesprochen. Im Frühjahr werde dies erneut Thema im Kreistag, ergänzt die SPD. Caspers-Merk fordere ein gemeinsames Vorgehen der betroffenen Gemeinden. Sie erachte es als notwendig, die Schülerverkehre, Pendlerströme und weitere Nutzer zunächst genau zu erfassen und dann ein attraktives Angebot für sie zu entwickeln. Die Bahn sei das Rückgrat der Region und es gehe nicht an, dass die Bahn weg sei, wenn der Bus ankomme. Der Ortsverein sei bestrebt, schließt die SPD, die Debatte um den öffentlichen Nahverkehr auch im Hinblick auf den Klimawandel zu forcieren, der auf Antworten warte.