Die Pappelstümpfe am Uferweg sind eine Gefahr

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 17. Oktober 2020

Schwanau

Die Forst BW fällt auf 18 Kilometern tote Bäume .

(BZ). Im staatlichen Waldstreifen entlang des Rheins zwischen Schwanau und Neuried nimmt die ForstBW im Spätherbst größere Verkehrssicherungsarbeiten vor. Auf einer Gesamtlänge von rund 18 Kilometern werden kranke, stark beschädigte und abgestorbene Bäume entlang des Rheinuferwegs gefällt oder gekappt. Durch die Baumfällarbeiten kommt es immer wieder zu kurzfristigen abschnittsweisen Sperrungen des Rheinuferwegs, darauf weist jetzt die Forst BW hin.

Die Anstalt öffentlichen Rechts Forst Baden-Württemberg (Forst BW) arbeitet seit 1. Januar 2020 als eigenständiges Unternehmen und trägt die Verantwortung für die Bewirtschaftung von über 320 000 Hektar Staatswald, das entspricht einem Viertel der Waldfläche Baden-Württembergs und ist damit der größte Forstbetrieb des Landes, mit 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, so die Pressemeldung.

Im Bereich der "Rheinlust" bei Ottenheim sollen aufgrund der großen Gefahr für Erholungssuchende bereits am Mittwoch, 21. Oktober, die Arbeiten beginnen. Die dortigen riesigen alten Pappeln wurden bereits vor zehn Jahren aus Sicherheitsgründen gekappt. Damals hat sich der Forst gegen eine Totalfällung entschieden, da die alten Baumriesen eine hohe ökologische Bedeutung für seltene Pflanzen- und Tierarten, wie zum Beispiel Spechte, Fledermäuse oder Pilze haben.

Nun sind die Pappelstümpfe teilweise abgestorben und verlieren ihre Standfestigkeit. Ein Stumpf ist bereits auf den Radweg gestürzt. "Da dieser Bereich durch Freizeitnutzung stark frequentiert ist, haben wir sowohl den Rad- und Fußweg als auch den Wiesenstreifen westlich der gekappten Pappeln abgesperrt", so der Revierleiter Christoph Kurzbach. Aufgrund der hohen Bedeutung der Pappeln für den Natur- und Artenschutz laufen die Arbeiten in enger Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt. Als Ausgleich wird eine Ersatzpflanzung am Rhein bei Ottenheim vorgenommen. Darüber hinaus möchte der Förster gerne das Holz nach der Fällung für den Artenschutz im Wald belassen.

Aufgrund des Hochwasserschutzes müssen die Stämme jedoch in nicht überflutungsgefährdete Waldbereiche des Ottenheimer Staatswaldes verbracht werden. Dort können sie dann über Jahrzehnte noch als Lebensraum für Insekten und Pilze dienen, bevor sie wieder zu Humus werden. Einige der Stämme sollen darüber hinaus in den Schonwald "Lichter Wald Kappel-Grafenhausen" gefahren werden. Dieser liegt im Naturschutzgebiet Taubergießen.