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Die Pflege ist weiblich

kna

Von kna

Sa, 27. Juni 2020

Beruf & Karriere

In der Pflegebranche werden weiterhin Fachkräfte gesucht. Rund 1,6 Millionen Beschäftigte zählt der Sektor, der überwiegende Anteil sind Frauen.

Wie sieht der Arbeitsmarkt im Bereich der Pflege aus? Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) nennt dazu wichtige Zahlen und Daten. Sie entstammen im Wesentlichen einer Analyse der Bundesanstalt für Arbeit, die Zahlen aus dem Jahr 2018 auswertet und im Mai des vergangenen Jahres veröffentlicht wurde. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor (Stand Ende April 2020).

Sozialversicherung

Im Juni 2018 belief sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Kranken- und Altenpflege auf 1,6 Millionen. Darunter waren 583 000 Altenpflegekräfte sowie 1,1 Millionen Krankenpflegekräfte. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Zunahme von 45 000 beziehungsweise drei Prozent. Knapp die Hälfte dieses Wachstums geht auf Helfertätigkeiten zurück. Diese nahmen um 22 000 oder fünf Prozent zu.

Weiblich

Die große Mehrheit der Pflegekräfte ist weiblich: Vier von fünf Erwerbstätigen in der Alten- und Krankenpflege sind Frauen. In der Altenpflege liegt ihr Anteil mit 84 Prozent noch etwas höher als in der Krankenpflege mit 80 Prozent.

Teilzeit

57 Prozent der Erwerbstätigen in diesem Bereich arbeiten in Teilzeit oder sind geringfügig beschäftigt. 2018 waren 44 Prozent der Krankenpflegekräfte und 56 Prozent der Altenpflegekräfte in Teilzeit tätig (gesamter Arbeitsmarkt: 28 Prozent). Dabei arbeiten rund 62 Prozent der Frauen und 36 Prozent der Männer in Teilzeit.

Examiniert

Von den 583 000 Beschäftigten in der Altenpflege waren rund 313 000 Personen als examinierte Fachkraft tätig. 270 000 Beschäftigte gingen einer Tätigkeit als Altenpflegehelfer nach, für die üblicherweise bis zu zwei Jahre Ausbildung erforderlich sind. Die Zahl der Beschäftigten in der Altenpflege wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 21 000 beziehungsweise vier Prozent. Von den 1,06 Millionen Krankenpflegekräften waren 770 000 oder 72 Prozent examinierte Fachkräfte. Der Helferanteil ist mit 16 Prozent (170 000 Personen) deutlich geringer als in der Altenpflege. Die Zahl der Beschäftigten in der Krankenpflege nahm gegenüber dem Vorjahr um 24 000 oder 2,3 Prozent zu. Damit ist die Krankenpflege weniger gewachsen als die Altenpflege.

Lohngefälle

Zwischen Alten- und Krankenpflegekräften gibt es ein deutliches Lohngefälle. Das mittlere Bruttoentgelt vollzeitbeschäftigter Fachkräfte in der Krankenpflege lag 2017 mit 3314 Euro pro Monat über dem für alle Fachkräfte (2965 Euro). Das mittlere Bruttoentgelt vollzeitbeschäftigter Altenpflegefachkräfte war mit 2746 Euro hingegen um einiges geringer. Entsprechendes zeigt sich auch bei Pflegehelfern: Das mittlere monatliche Bruttoentgelt von Krankenpflegehelfern betrug 2494 Euro, das von Altenpflegehelfern 1.944 Euro (zum Vergleich alle Helfer: 2177 Euro).

Migration

Es gibt einen wachsenden Anteil ausländischer Pflegekräfte: Lag der Anteil der Ausländer an den beschäftigten Altenpflegern 2014 noch bei knapp acht Prozent, so hat er sich bis 2018 auf zwölf Prozent (71 000 Beschäftigte) erhöht. Bei Krankenpflegern stieg der Anteil der Ausländer von fünf Prozent 2014 auf sieben Prozent 2018 (80 000 Beschäftigte). Der Ausländeranteil in der Pflege insgesamt liegt damit mit neun Prozent etwas unter dem Anteil bei allen Beschäftigten (zwölf Prozent).

Leiharbeit

Die Zahl der Beschäftigten, die über ein Leiharbeitsunternehmen in der Pflege tätig sind, zugenommen. Waren es 2014 noch rund 12 000 Leiharbeitnehmer in der Krankenpflege, so waren es 2018 schon fast doppelt so viele (22 000). Auch in der Altenpflege ist die Zahl der Leiharbeiter gestiegen, von gut 8000 auf 12 000 im Jahr 2018.

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit in der Alten- und Krankenpflege war in den vergangenen Jahren rückläufig und befindet sich, insbesondere in der Krankenpflege, auf sehr niedrigem Niveau. Die berufsspezifische Arbeitslosenquote in der Krankenpflege lag 2018 im Durchschnitt bei einem Prozent. Selbst für Helfer, die üblicherweise eine höhere Arbeitslosigkeit aufweisen, lag sie unter drei Prozent (2,8 Prozent). In der Altenpflege lag die berufsspezische Arbeitslosenquote 2018 bei 5,1 Prozent. Hier fällt der Unterschied zwischen den Qualifikationsniveaus allerdings kräftiger aus: Bei Altenpflegefachkräften ist sie mit einem Prozent deutlich niedriger als bei Altenpflegehelfern mit 9,4 Prozent.

Offene Stellen

In der Altenpflege stehen 100 gemeldeten Stellen lediglich 19 Arbeitslose gegenüber. Vor fünf Jahren waren es rein rechnerisch noch 38 Arbeitslose. Bei den Altenpflegehelfern zeigt sich hingegen ein ganz anderes Bild: Hier stehen 100 gemeldeten Stellen mittlerweile 322 Arbeitslose gegenüber.

Im Bereich der Krankenpflege stellt sich die Situation sehr ähnlich dar. Bei den Fachkräften standen 2018 im Durchschnitt 100 gemeldeten Stellen 41 arbeitslose Krankenpflegefachkräfte gegenüber. 2011 waren es noch 86 Arbeitslose auf 100 Stellen.

Bei den Helfern überwiegt auch hier die Zahl der Arbeitslosen die der Stellen: 100 Stellenangeboten stehen 321 arbeitslose Krankenpflegehelfer gegenüber.

Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel in der Altenpflege zeigt sich ausnahmslos in allen Bundesländern. Gemeldete Stellenangebote für examinierte Altenpflegefachkräfte und -spezialisten sind im Bundesdurchschnitt 183 Tage vakant. Das sind 63 Prozent mehr als die durchschnittliche Vakanzzeit über alle Berufe hinweg.

Im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege gibt es in fast allen Bundesländern einen Fachkräftemangel. Gemeldete Stellenangebote für examinierte Krankenpflegefachkräfte sind im Bundesdurchschnitt 154 Tage vakant. Das sind 36 Prozent mehr als die durchschnittliche Vakanzzeit über alle Berufe.





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