250. Geburtstag

Beethoven – einer der ersten Künstler, die vergöttert wurden

Alexander Dick

Von Alexander Dick

So, 16. Februar 2020 um 09:47 Uhr

Klassik

BZ-Plus Der Grat zwischen Kunst und Kult ist schmal: Das Beethoven-Jahr hat begonnen. Alexander Dick erklärt, wie das Bürgertum den Komponisten zum Mythos, Heiligen und zu einer Ikone machte.

Dieser Ludwig misst einen knappen Meter, genau 98 x 37 x 29 cm, besteht aus Kunststoff und ist in den Farben gold und opalgrün zu erwerben. Wer ihn, vom Künstler, unsigniert erwerben will, muss bereit sein, 350 Euro dafür auszugeben. Mit dem Schriftzug seines Schöpfers kostet er das Doppelte. Doch der weist auf seiner Homepage gleich darauf hin, dass es "aufgrund der hohen Nachfrage" zu "Lieferverzögerungen von 3 bis 4 Wochen kommen" kann.

"Ludwig van Beethoven war ein höheres Wesen. Ein solches Wesen, voll vom heiligen Geiste, zieht unabweisbar verwandte Seelen an, die sich feurig, freudig, begeistert in seinen Dienst stellen." Dr. Alfr. Chr. Kalischer Im Prinzip kein Problem. Das Beethoven-Jahr hat ja gerade erst begonnen, da nimmt man solch einen Aufschub gerne hin, um eines unifarbenen Ludwig van habhaft zu werden, der lässig grinsend seine beiden Hände in die Taschen seiner Frackhose steckt. Erst recht, wenn man Sammler der Kunstobjekte des Künstlers Ottmar Hörl ist. Der langjährige Professor für Bildende Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg (bis 2018) ist geradezu ein Experte für Abbilder in Popfarben. Ob Dürers berühmter Hase, Märchenkönig Ludwig, Gottlieb Daimler, Richard Wagners Hund Russ oder dessen Besitzer selbst – sie alle verewigte Hörl in größeren Auflagen. Und so wie die wetterfesten, barrett-bedeckten Richards die Terrasse so manchen Wagnerianers zieren, so wird auch Ludwig van in so manchen Haushalt einziehen. Sozusagen ...

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