Projekt

Die Schöpflin-Schule in Lörrach schafft zwei Etappenziele

Robert Bergmann

Von Robert Bergmann

Mo, 01. März 2021 um 20:47 Uhr

Lörrach

Das Projekt Schöpflin-Schule in Lörrach macht Fortschritte: Die neue Schulleiterin ist gefunden und das Land hat den staatlichen Segen gegeben. Der Schulbetrieb startet zunächst in einem Provisorium.

Auf dem Weg zur Eröffnung einer privaten Grundschule in ihrer Trägerschaft hat die Schöpflin-Stiftung zwei wichtige Etappenziele erreicht: Seit Anfang Februar liegt die Genehmigung des Regierungspräsidium Freiburg für den Schulbetrieb auf dem Brombacher Stiftungsareal ab September 2021 vor. Und mit Celina Rahman hat das Schöpflin-Team nun auch eine Schulleiterin gefunden, die ausgezeichnet zum reformpädagogischen Konzept der künftigen Schule zu passen scheint.

Ein bunt geflecktes Kleid, schwarze Ponyfrisur und in der Hand ein selbstgefertigtes Stoffhuhn: 36 Jahre jung, extrovertiert und fröhlich ist Celina Rahman. Bis vor kurzem noch hat die Deutsch- und Englischlehrerin mit Wurzeln in Offenbach in Hamburg gearbeitet. Genauer: an der Hafenschule mitten in St. Pauli. Nebenbei betreute Rahman nach einer entsprechenden beruflichen Fortbildung zahlreiche Theater-Schulprojekte im Auftrag des Hamburger Senats.

Bewerbung auf einen anderen Posten

Damit, so finden Projektleiterin Constanze Wehner und Stifter Hans Schöpflin, bringe Rahman großartige pädagogische Voraussetzungen mit, um beim ambitionierten Grundschulprojekt der Schöpflin-Stiftung, das bereits zum neuen Schuljahr 2021/2022 mit 20 Schülerinnen und Schülern starten soll, eine tragende Rolle zu spielen.



Wie der Zufall so will: Beworben hatte sich Rahman, die in Freiburg studiert hat, bevor es sie in den hohen Norden zog, eigentlich auf einen anderen Posten bei der Schöpflin-Stiftung. So lernte man sich kennen, entdeckte die gemeinsame Ideenwelt rund um das die Kinder in den Mittelpunkt stellende Pritti-Bildungsmodell, wie es aktuell bereits an einer Detmolder Schule praktiziert wird. Und so geht Celina Rahman jetzt bei der Stiftung an Bord, um das seit mehr als einem Jahr diskutierte Schulprojekt, in dem unter anderem Theaterspielen eine zentrale Rolle spielen soll, über die Ziellinie zu bringen.

"Mit Celina Rahman haben wir unsere Wunschkandidatin für diese so wichtige Position gefunden", betonte Stifter Hans Schöpflin am Montag. Rahman wiederum, die ihre Stelle am 1. August offiziell antritt, aber schon seit einigen Monaten beratend für die Brombacher Stiftung tätig ist, hebt hervor, dass es "die Möglichkeit etwas Neues zu schaffen" im Rahmen der bewährten Strukturen der Schöpflin-Stiftung sei, die sie an ihrer neuen Arbeitsstelle reize.

Tatsächlich soll sich die neue einzügige, inklusive Grundschule mit gebundenem Ganztagesbetrieb in die zahlreichen schon jetzt laufenden pädagogischen Projekte auf dem großzügigen Villen-Areal – mit dem Hans Schöpflin so viele Kindheitserinnerungen verbindet – möglichst harmonisch einfügen.

Interesse der Eltern ist groß

Projektleiterin Constanze Wehner ist froh, dass es behördlicherseits keinerlei Probleme gegeben hat. Das Regierungspräsidium habe der Schöpflin-Stiftung anstandslos die Genehmigung für den Grundschulbetrieb erteilt, erzählte Wehner am Montag. Damit verbunden sei allerdings auch, dass bei aller Reformpädagogik der strenge Lehrplan des Landes Baden-Württembergs auch an der Schöpflin-Schule in vier Jahren abzuarbeiten ist.

Seitens der Eltern sei das Interesse an dem Schulprojekt riesengroß, wie sich erst am vergangenen Wochenende bei einer Öffentlichkeitsaktion rund um die Villa gezeigt habe. Schon im April wolle man mit 25 ausgewählten Eltern die persönlichen Gespräche führen, um die Entscheidung treffen zu können, mit welchen Kinder die Grundschule im Herbst starten soll.

Es soll keine Elite-Schule sein

Im September sollen dann alle Kinder gemeinsam im ehemaligen Werkstatthaus sitzen, das als provisorisches Klassenzimmer dient, bis der auf 100 Kinder ausgerichtete Neubau auf einem ehemals zur Reiss-Mühle gehörenden Nachbargrundstück ein Jahr später dann eröffnet werden kann. Wehner wie auch Hans Schöpflin und der künftigen Schulleiterin war es am Montag ein großes Anliegen erneut zu betonen, dass man keineswegs eine "Eliteschule" für wenige, ohnehin vom Leben privilegierte Kinder plane. Erklärtes Ziel sei vielmehr eine Schule , deren Kinder von ihrer sozialen Herkunft her die Vielfalt der Gesellschaft abbilden.

Eine Schule, die sich nicht als Konkurrenz zu den staatlichen Schulen begreift, sondern als neues Angebot. Und es soll eine Schule werden, die sich auch Eltern mit kleinerem Geldbeutel leisten können.

Celina Rahman kündigte am Montag schon mal an, dass sie sich mit ihrem "Spacehuhn" zum Klinkenputzen bei den örtlichen Kindergärten nicht zu schade sei, wenn es nur dem Zweck dient, die soziale Durchmischung an der neuen Grundschule zu gewährleisten, der sie vorstehen soll.

Mehr Informationen unter http://www.schoepflin-schule.de