"Die Schöpfung Gottes sollte bewahrt werden"

Gerold Zink

Von Gerold Zink

Sa, 16. November 2019

Breisach

NEU IM BREISACHER GEMEINDERAT (12): Martina Kempf (AfD) will sich für Nachhaltigkeit einsetzen.

BREISACH. In den Gemeinderäten der Region gibt es seit der Kommunalwahl viele Neulinge. Die Badische Zeitung stellt sie in einer losen Serie vor. Heute ist Martina Kempf an der Reihe. Mit 1201 Stimmen schaffte sie auf der Liste der AfD den Sprung in den Breisacher Stadtrat. Die Fragen stellte Gerold Zink.

BZ: Was reizt Sie an der Kommunalpolitik? Warum haben Sie sich für die AfD um ein Mandat für den Gemeinderat beworben?

Kempf: Mein Urgroßvater und Großvater waren schon Gemeinderäte, letzterer auch stellvertretender Bürgermeister von Wertheim am Main. Mich motiviert das biblische Wort in Sprüche 31: "Sprich für alle, die sich selbst nicht helfen können. Sprich für die Armen und Schwachen, nimm sie in Schutz, und verhilf ihnen zu ihrem Recht!" Dazu zählen als Schwächste die ungeborenen Kinder, von denen in Deutschland jedes Jahr 100 000 getötet werden. Dies ist die wesentliche Ursache des Fachkräftemangels. Die AfD tritt als einzige größere Partei engagiert für den Schutz des menschlichen Lebens ein, weshalb ich hier Mitglied wurde und mich für viele Bereiche interessiere.
BZ: Was sind Ihre persönlichen Schwerpunkte, in welchen Bereichen kennen Sie sich besonders gut aus?
Kempf: Nach meiner Ausbildung als Volljuristin absolvierte ich eine Weiterbildung zur Umweltschutzexpertin Europa und arbeitete im betrieblichen Umweltmanagement. Schon lange bin ich im ökologischen Bereich politisch aktiv gewesen und gehöre dem ökologisch orientierten Flügel meiner Partei an. Als Mutter sehe ich die Belange der Kinder der Stadt.

BZ: Was läuft in Breisach bereits gut, was möchten Sie verbessern?
Kempf: Die kurzen Wege für Einkauf und Arztbesuche sind ideal. Die Schöpfung Gottes sollte bewahrt werden, in den letzten fünf Jahren hat sich in Baden-Württemberg die tägliche Zupflasterung von Acker- und Grünland verdoppelt. Damit geht neben dem Verlust von Ackerland, welches für die Versorgung wichtig ist, Lebensraum für Tiere verloren. Nachhaltigkeit auch für Finanzen – besondere Sparsamkeit, um Schuldenfreiheit anzustreben.

BZ: Welches sind für Sie die wichtigsten Eigenschaften, die ein Kommunalpolitiker haben sollte?
Kempf: Ehrlich für das eintreten, was man verspricht.
BZ: Gibt es in Deutschland eine Politikerin oder einen Politiker, den Sie besonders schätzen, und falls ja, aus welchem Grund?
Kempf: Mein Vorbild ist mein Großvater. Als Bürgermeister der Kreisstadt Böhmisch Leipa bewahrte er Juden und Sozialdemokraten seiner Heimatstadt vor dem Konzentrationslager durch einen Sitzstreik beim Regierungspräsidenten, bis er Erfolg hatte.

Zur Person: Martina Kempf (55) ist Juristin und neben einer Autorentätigkeit als Mutter von drei Kindern tätig. Sie wohnt in Breisach.