Die Sintflut kam mit Sonnenschein

Aufgezeichnet von unserem Redakteur Gerhard Walser

Von Aufgezeichnet von unserem Redakteur Gerhard Walser

Sa, 07. Juli 2012

Kreis Emmendingen

ZEITZEUGEN ERINNERN SICH: Die Bewältigung der Hochwasser-Katastrophe am 8. Juli 1987 forderte über Tage und Wochen viele hundert Helfer heraus.

KREIS EMMENDINGEN. Es war ein schwül-heißer Sommertag jener Mittwoch, 8. Juli vor 25 Jahren. Nichts deutete darauf hin, dass dem Landkreis eine Unwetter-Katastrophe größten Ausmaßes bevorstehen würde. Die nach heftigen Gewitterregen über Freiamt einsetzende Sintflut des unscheinbaren Brettenbachs zerstörte Häuser, Brücken und Straßen. Viele hundert Helfer waren Tage und Wochen im Einsatz. BZ-Redakteur Gerhard Walser, damals als THW-Helfer Mitglied der Technischen Einsatzleitung, sprach mit den Koordinatoren der damaligen Hilfsaktion über ihre ganz persönlichen Erinnerungen an die Katastrophe.

DER KOORDINATOR
Es war ein Mittwoch, kurz nach Mittag. In Emmendingen hat die Sonne geschienen, Richtung Elztal gab’s ein paar dunkle Gewitterwolken und es hat etwas gegrummelt, aber kein Hinweis auf Unwetter. Da ruft mich der damalige Freiämter Bürgermeister Georg Hiesinger an und sagt: "Herr Landrat können Sie den Katastrophenfall ausrufen? Bei uns ist Land unter, da ist die Sintflut". Ich konnt’s zunächst einfach nicht glauben, aber Meldungen von Polizei und Feuerwehr bestätigten wenige Minuten später, dass sich da eine gewaltige Katastrophe anbahnte. Wir haben dann sofort den Einsatzstab zusammen gerufen und versucht, uns einen Überblick zu verschaffen und so viele Helfer wie möglich zu alarmieren und in Marsch zu setzen: Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Rotes Kreuz, das ganze Spektrum. Mit dem Polizeihubschrauber, den Kommissar Schonhardt organisierte, bin ich dann über das Brettental geflogen und habe erstmal richtig begriffen, welche Dimension das einnimmt. Das Wasser stand am Sägplatz vier bis fünf Meter hoch, Brücken waren zerstört, Straßen überspült, ...

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