Spatenstich

Die Umgestaltung des Schlossgartens in Schmieheim hat begonnen

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Fr, 16. Oktober 2020 um 20:02 Uhr

Kippenheim

Vor dem Schmieheimer Schloss wurde am Freitag der Startschuss für ein Projekt gegeben, um das es vor 50 Jahren schon erste Diskussionen im Dorf gegeben hat: die Neugestaltung des Schlossgartens.

"Mit dem ersten Spatenstich beginnen wir jetzt mit dem zentralen Projekt der Dorfsanierung. Bis zum Frühjahr wird hier zwar kein neues, aber ein deutlich attraktiveres Zentrum entstehen", erklärte Bürgermeister Matthias Gutbrod, bevor er mit Ortsvorsteher Michael Hartmann und Planern zum Spaten griff.

Die mit dem Projekt beauftragte Firma Pontiggia hatte eigens für den symbolischen Auftakt der Arbeiten einen kleinen Damm aus drei Kubikmeter Sand auf den Rasen vor dem Schloss angerichtet, damit die Akteure mit ihren Spaten leichtes Spiel hatten. Das kam ihnen sicherlich entgegen, denn in den letzten Monaten hatten Planer wie Entscheider einige harte Nüsse zu knacken. "Das Projekt war in der Vorbereitung nicht ganz einfach", sagte Bürgermeister Gutbrod und erinnerte an die schwierige Planungsphase, in der sich immer wieder neue Aufgaben stellten. Dennoch sei der Entscheidungsprozess mit Anhörung und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zu einem ganz entscheidenden Instrument geworden, um letztlich auf hohe Akzeptanz bei den Schmieheimern bauen zu können. Dieser Prozess habe mehr als vier Jahre gedauert.

Vor fünf Jahren gab es eine hitzige Debatte

Ein Beispiel: Im Herbst 2015 hatte sich der Ortschaftsrat auf einen Entwurf geeinigt, der aber in der Bevölkerung im Nachgang zu einer hitzigen Debatte führte. Eine Interessengemeinschaft setze sich dafür ein, dass der Schlossgarten nicht zum reinen Fußgängerbereich wird, sondern die Durchfahrt für Autos erhalten bleibt. 2017 dann die Kehrtwende im Ortschaftsrat: Die Durchfahrt bleibt.

Doch damit war noch nicht die letzte Hürde genommen. Jetzt blockierte der Denkmalschutz die Umsetzung. Das vom Ortschaftsrat favorisierte Pflaster erhielt bei den Denkmalpflegern keine Zustimmung. Noch einmal wurde die Entscheidung korrigiert. "Die Abstimmung mit allen Beteiligten erwies sich als Mammutaufgabe. Aber sie gelang. Und jetzt werden wir aber einen neuen Schlossgarten erhalten, der für Einheimische wie für Besucher neue Attraktivität hat", verspricht Gutbrod. Letztlich sei die Entscheidung für die Gestaltung einstimmig in allen Gremien und mit allen Ämtern gefallen.

Eine letzte Entscheidung steht noch aus

Eine letzte Entscheidung stehe allerdings noch aus, erinnerte Ortsvorsteher Michael Hartmann. Im Rahmen der Neugestaltung kann der Gedenkstein zum 850-jährigen Bestehen des Ortes nicht am jetzigen Standort verbleiben. Die Entscheidung, wo der 1994 von den Vereinen gestiftete Stein künftig stehen wird, soll in einer der nächsten Ortschaftsratssitzungen fallen, erklärte Hartmann. Dass er selbst sich über den neuen Standort schon eine klare Meinung gebildet hat, deutete er am Rande der Zeremonie an. Hartmann präferiert einen Standort außerhalb des Schlossgartens an einer exponierten Stelle im Dorf.

Die Neugestaltung wird in den nächsten Wochen nach den Plänen des Lahrer Büros Kappis umgesetzt. "Ziel der Planung war es, die zentrale Funktion des Gartens nicht nur zu verschönern, sondern mit neuen Elementen aufzuwerten", beschrieb Bürgermeister Gutbrod die Aufgabenstellung. Zum einen werde dies mit Bäumen, Pflanzen und Blumenrabatten sowie einer neuen gepflasterten Wegführung erreicht. Zum anderen werde es aber auch eine Gestaltung mit Ruhezonen und Platzgestaltung geben. Auch der Bereich der Freilichtbühne werde neue Elemente bekommen. Nahezu unberührt soll derweil die Rasenfläche rechts vom Hauptzugang zum Schlossgarten bleiben. Auch der Spielplatz werde an der alten Stelle verbleiben und die Wellingtonia sowieso.

400 000 Euro muss die Gemeinde aufbringen

Und die Kosten? Die liegen bei rund 610 000 Euro. Sie seien auch deshalb in dieser Größenordnung, weil neben der Gartengestaltung zugleich auch die komplette Kanalisation im Untergrund erneuert wird, was in etwa ein Fünftel des Investitionsvolumens ausmache, erklärte Gutbrod auf Nachfrage der BZ. Die Gemeinde erwartet aber einen Zuschuss vom Land von rund 30 Prozent. Das Projekt ist Bestandteil der vom Land geförderten Dorfsanierung. Gutbrod: "Wir gehen davon aus, dass die Gemeinde knapp 400 000 Euro von der Gesamtinvestitionssumme selbst aufbringen muss. Der Betrag ist gut angelegt".