Offenburg

Die Via Ideenakademie sucht für ihre Begegnungsplattform für Kreative neue Räume

Nele Augenstein

Von Nele Augenstein

Mi, 09. Oktober 2019 um 21:00 Uhr

Offenburg

Bisher befand sich das Hauptquartier in einem urbanen Hinterhof im Stadtteil Nordwest. Nun muss das Team seine Räume in der Franz-Volk-Straße wegen Baufälligkeit bis zum 31. Oktober verlassen.

Mit der "Via Visionen und Ideenakademie" ist 2014 ein neues Kunstnetzwerk in Offenburg entstanden. Was als Bachelorarbeit einer Studentin begann, entwickelte sich zur Plattform für Künstler. Via organisiert rund 30 eigens entwickelte Veranstaltungsmodelle.

"Via ist eine Art Vorbild in Offenburg", sagt Mitbegründerin Linda Kunath-Ünver mit berechtigtem Stolz. Gemeinsam mit Parvati Sauer rief sie das Projekt vor fünf Jahren ins Leben. Damals fanden die Veranstaltungen noch in der Hochschule Offenburg statt, an der beide studierten. Die Umsetzung der Ideenakademie als nachhaltiges Graswurzelkulturprojekt war Pavarti Sauers Abschlussarbeit im Fachbereich Medien und Informationswesen an der Hochschule.

Die Veranstaltungen, wie der Poetry Slam oder die Fotonacht, kamen bei den Offenburger Studierenden gut an, sodass Via bald wuchs und wegen der gestiegenen räumlichen Anforderungen in die Nordweststadt zog.

Einen Raum für diese Form des kreativen Austauschs habe es vor Via nicht gegeben, erinnert sich Kunath-Ünver. Die Gründerinnen von Via erkannten das Potential in der Stadt und schufen so eine geeignete Begegnungsplattform für Künstler und für Künstler mit ihrem Publikum. Wichtig sei für Via nicht nur der kreative Austausch, sondern allem voran auch die Vernetzung von Kunst und Wirtschaft.

"Wir möchten nicht viel Zeit vergehen lassen.Via ist nicht am Ende!" Linda Kunath-Ünver
Die Via-Macherinnen sehen sich als Vermittler zwischen kreativem Freigeist und erfolgsorientierter Wirtschaft. Für dieses außergewöhnliche Konzept wurde Via 2017 vom Land Baden-Württemberg mit dem "Ideenstark"-Preis ausgezeichnet.Viele Studierenden und Künstler kamen durch Via für neue Projekte in Kontakt oder konnten rentable Aufträge für sich an Land ziehen, so die Via-Betreiberinnen. So solle es auch in Zukunft weitergehen, erklärt Sauer. Aufgrund der "spontanen Kündigung" seien einige Veranstaltungen nun leider ausgefallen.

Ab dem 1. November solle es aber mit den Via-Veranstaltungen in Freiraum oder Reithalle weitergehen. Die Veranstaltungen und deren Orte werde Via dann auf der Webseite ankündigen.

Auch der Verein "Off.Kultur" ist gefährdet

Nicht nur Via, sondern auch "Off.Kultur" sei durch den Verlust gefährdet. Off.Kultur entstand 2018 aus Via. Der gemeinnützige Verein fördert Kreativschaffende. Auch Off.Kultur hatte seinen Sitz in der Franz-Volk-Straße. Bis neue Räume gefunden sind, suche Via nun Ausweichquartiere, um dort wieder Veranstaltungen zu präsentieren. "Wir möchten nicht viel Zeit vergehen lassen", erklärt Linda Kunath-Ünver "Via ist nicht am Ende!"