Die Vorarbeiten sind erledigt

skk

Von skk

Mi, 02. Oktober 2019

Hüfingen

Die Erweiterung am Auenberg ist fast startklar / Ein großes Bündel an Ausgleichsmaßnahmen ist nötig.

HÜFINGEN-HAUSEN VOR WALD (wur). Baugrund für Menschen, die von auswärts zuziehen, aber auch für die Kinder von Ortsansässigen, die ihre Familie gründen möchten: Das ist ein Pfund, mit dem die Dörfer im Kampf gegen den demografischen Wandel gerne wuchern. Und in der Tat ist es an der Peripherie oftmals ruhiger, grüner und mit mehr Abstand zu Straße und Nachbarn. Dieses Angebot würde zu gerne auch Hausen vor Wald machen. Welch hohe Priorität diese Frage hat, zeigte sich vor einem Vierteljahr, als sich der neue Ortschaftsrat konstituierte.

Jetzt, Ende September, nimmt das Projekt Fahrt auf. Vorprüfungen sind abgeschlossen. Zum einen war dies ein Innenraummanagement. "Wir haben tatsächlich festgestellt, dass es innerorts keine baulichen Erweiterungsmöglichkeiten gibt", sagte Stadtbaumeister Leopold Jerger. Deshalb habe die Erweiterung über den Bestand an der Auenbergstraße in Richtung Windrad Priorität. Ein großes Wiesengrundstück, links gelegen, sei bereits in Besitz der Stadt. Die Bebauung werde in mehreren Abschnitten erfolgen, so Jerger. In der ersten Stufe soll es um zehn Bauplätze gehen. Klarheit hat die Stadt nach Abschluss einer weiteren Sondierung. Die so genannte Vorverträglichkeitsprüfung zum Arten- und Naturschutz habe ergeben, dass bei einer Bebauung eine Fülle von Ausgleichsmaßnahmen notwendig werden. "Im Kern heißt das aber, dass das Gebiet entwickelt werden kann", ergänzte Jerger.

Ein Aufstellungsbeschluss muss den Hüfinger Gemeinderat und zuvor den Ortschaftsrat passieren. Ein Fahrplan werde gegenwärtig aufgestellt. In einem Punkt gebe es noch Klärungsbedarf. Quasi auf der Zielgerade habe sich eine Option aufgetan. Offenbar wolle ein Privatmann ein am Ortsrand gelegenes Grundstück verkaufen. Jetzt werde geprüft, ob diese Alternative die Erweiterung am Auenberg tangiert, so Jerger.

Weil es im Dorf so gut wie keine Bauplätze mehr gebe, müsse ein Neubaugebiet her, hatte der alte und neue Ortsvorsteher Hans-Peter Münzer im Juli plädiert und gleich Ort und Begründung angefügt. Erweitert werden solle das bestehende Baugebiet auf dem Auenberg.

Münzer sprach mit Nachdruck. Blicke man auf die vergangenen fünf Jahre, stehe in Hausen vor Wald mit der Schließung des Kindergartens etwa keine positive Bilanz. Umgekehrt müsse mit zusätzlichem Baugrund dem Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre auf aktuell rund 530 Einwohner Rechnung getragen werden. Lage, Infrastruktur und Positionierung als Schulstandort machten das Dorf für Zuzug attraktiv. Ein Neubaugebiet schaffe deshalb die Möglichkeit, den Blick nach vorne zu richten.

Neubaugebiete auszuweisen stößt zunehmend auf Konfliktpotenzial. Beispiel Sumpfohren. Dort soll, vom Hofweg aus erschlossen, eine 0,8 Hektar große Fläche in acht Bauplätze verwandelt werden. Das ist ein Ansinnen, gegen das sich insbesondere der Nachbar der potentiellen Häuselbauer ausspricht. Der Landwirt Max Bogenschütz sagt, er sei schon weit länger an diesem Standort. Durch die Nähe von Wohnen und Schweinezucht sieht er Konflikte drohen. Bürgermeister Kollmeier plädiert, die Positionen nicht als Konkurrenz zu sehen.