Digitales Lernen soll früh beginnen

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Do, 19. November 2020

Efringen-Kirchen

Zustimmung zu Medienentwicklungsplänen: Gemeinderat votiert für Schaffung einer Netzinfrastruktur auch in den Grundschulen.

. Die Digitalisierung am Schulzentrum Efringen-Kirchen sowie an den beiden Grundschulen Egringen und Istein kann weiter vorangetrieben werden. Der Gemeinderat stimmte den vorgelegten Medienentwicklungsplänen zu und beauftragte die Verwaltung, entsprechende Zuschussanträge für Fördergelder aus dem Digitalpakt zu stellen.

Die Förderkulisse
Bürgermeister Philipp Schmid machte klar, dass Medienentwicklungspläne, die definieren, welche konkreten Bildungsziele die jeweilige Schule mit dem Einsatz digitaler Medien erreichen will, Voraussetzung für das Abrufen der Fördergelder seien. Anhand der derzeitigen Schülerzahlen stehe für Efringen-Kirchen ein Förderbudget von insgesamt 261 500 Euro zur Verfügung, das aber – das ist die zweite Bedingung des Bundes – nur abgerufen werden kann, wenn die Gemeinde 20 Prozent an Eigenmitteln beisteuert. Das wären mindestens 65 375 Euro. Insgesamt könnten also 326 875 Euro eingesetzt werden. Die mit dem Digitalpakt verbundene Verwaltungsvorschrift legt zudem fest, dass zunächst die digitale Infrastruktur (Verkabelung oder WLAN und eigene Server) aufgebaut werden muss, bevor mit den Fördergeldern digitale Endgeräte angeschafft werden dürfen. Und bei der Basisinfrastruktur haben die Schulhäuser Egringen und Istein, die noch nicht oder nur rudimentär ans Internet angeschlossen sind, Nachholbedarf. Hier müssen 170 000 Euro investiert werden. Im Schulzentrum ist ein Ausbau des vorhandenen Netzwerkes vorgesehen, was vor allem bedeutet, dass die Zahl der Anschlüsse pro Klassenzimmer erhöht werden soll. Die dafür notwendigen Kosten sind noch nicht festgestellt.

Das sagen die Schulleiter
Am Schulzentrum Efringen-Kirchen arbeite ein junges Team mit hoher Eigeninitiative an der Digitalisierung. Der Medienentwicklungsplan sei bereits zertifiziert, sagte Rektor Timo Pilz. Medienbildung sei eine von sechs Schlüsselqualifikationen, die das Schulzentrum "spiralcurricular" vermitteln wolle, also fächerübergreifend und in jedem Schuljahr auf einer höheren Ebene. In den Bereichen Kommunikation, Kooperation, Information und Präsentation eröffne der Einsatz digitaler Medien ganz neue Möglichkeiten, das habe sich im Lockdown, als das Schulzentrum über die Corona-Soforthilfe 130 iPads bekam, gezeigt. Schon im Grundschulalter müsse man die Weichen für den kompetenten Umgang mit modernen Medien stellen, war sich Egringens Schulleiterin Stefanie Kapfer sicher, die aber auch betonte, "dass der Umgang mit analogen Medien nicht vergessen wird".

Das sagt der Gemeinderat
Nach den Präsentationen betonten einige Räte, dass noch vorhandene Restzweifel, ob die Digitalisierung wirklich schon in den Grundschulen beginnen müsse, nun beseitigt wären. Der Schulstandort Efringen-Kirchen werde deutlich aufgewertet, "wenn wir schon in den Grundschulen digitales Lernen und die Erlangung von Medienkompetenz anbieten können", fand Karlfrieder Hess.