Direkte Hilfe für die Kollegen an der Ahr

Gerold Zink

Von Gerold Zink

Sa, 02. Oktober 2021

Breisach

Weinbaubetriebe vom Tuniberg und aus Breisach spendeten 15 000 Euro.

(gz). Nachdem die Kaiserstühler Winzer die von einer großen Flutkatastrophe an der Ahr betroffenen Kollegen mit rund 70 000 Euro sowie zahlreichen Sachspenden unterstützt haben, kommt jetzt weitere Hilfe vom Tuniberg und aus Breisach. Günter Linser, Vorsitzender des Vereins Tuniberg Wein, übergab vor Ort persönlich weitere 15 000 Euro von einer Spendengemeinschaft des Weinbaugebiets.

"Wir wollen direkt und schnell unseren Winzerkollegen und Winzerkolleginnen helfen", unterstreichen auch André Weltz, Geschäftsführer des Badischen Winzerkellers in Breisach, sowie Alixe Winter, Geschäftsführerin der Alten Wache in Freiburg. Dies sei eine Herzensangelegenheit. Dominik Hübinger vom Verein Ahr-Hilfe zeigte sich bei der Spendenübergabe sichtlich ergriffen: "Wir danken euch für die engagierte Unterstützung. Sie können sicher sein, das geht umgehend und direkt in den Wiederaufbau", betonte er.

Die Kontakte zu den Kollegen und Kolleginnen im Katastrophengebiet bestehen schon seit einiger Zeit. "Wir haben mit ihnen mitgelitten", sagte Linser. Hinter der Spendengemeinschaft stehen Betriebe aus Breisach, vom Tuniberg und aus Freiburg.

Der Badische Winzerkeller hat eigens eine Weinpaket-Bestellaktion unter dem Motto "Baden hilft Ahr" ins Leben gerufen. Genossenschaften und Weingüter vom Tuniberg haben einen Teil der Einnahmen, die sie beim "Freiburger Weinsommer" erzielt haben, in den Spendentopf eingebracht. Dies war nur möglich, weil die Besucher der Veranstaltung zahlreich für die Flutopfer gespendet haben. Auch die Alte Wache am Freiburger Münster hat sich an der Aktion beteiligt. So kam der Betrag von 15 000 Euro zusammen. Im Vorfeld der Scheckübergabe reiste Günter Linser ins Ahr-Gebiet, um sich persönlich einen Überblick zu verschaffen. "Das Ausmaß der Katastrophe ist schlimmer, als ich gedacht habe. So etwas habe ich mein Lebtag noch nicht gesehen. Nichts steht mehr richtig, Häuser, Landschaft und Weinberge wurden durch die Wassermassen weggerissen. Es sind apokalyptische Verhältnisse", erläuterte der Vorsitzende des Vereins Tuniberg Wein. Es gebe kaum noch Bahngleise und die Straßen seien nur noch Schotterwege. Die komplette Infrastruktur sei praktisch nicht mehr vorhanden. "Es wird noch lange dauern, bis man einigermaßen in die Normalität zurückfinden kann", ist Linser überzeugt.

Die Spendenaktion soll übrigens keine Eintagsfliege sein. Auch künftig soll die Unterstützung fortgesetzt werden.