Schüler machen ihrem Unmut Luft

skk

Von skk

Mo, 25. Februar 2019

Donaueschingen

Freitagsdemonstration vor dem Donaueschinger Rathaus / Einige müssen nachsitzen.

DONAUESCHINGEN (wur). Bemalte Pappschilder, Sprechgesänge und eine starke Präsenz: Die Schülerdemos gegen den Klimawandel sind in Donaueschingen angekommen. Rund 200 Schüler, vor allem aus den Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schulen (KHS) und dem Fürstenberg-Gymnasium, machten am Musikantenbrunnen ihrem Unmut Luft.

Sofia Kexel begleitete den jugendlichen Chor mit dem Megafon. Die 19-jährige Donaueschingerin hat die Demo gemeinsam mit der gleichaltrigen Ceyda Gyrnehir, die in Döggingen wohnt, organisiert. Beide besuchen an den KHS die Klasse 13 des Wirtschaftsgymnasiums. "Wir haben bei den Schülern aller weiterführenden Schulen geworben, mitzumachen", berichtete Sofia Kexel. Mit der Resonanz auf den Aufruf, 200 Teilnehmer bei der ersten Demo, sei sie zufrieden. "Wir Schüler können was bewegen.""Das ist unsere Verantwortung", begründete Ceyda Gyrnehir, warum sie und viele andere die ersten beiden Schulstunden dem Klimaschutz opfern. Sie beklagte die große Diskrepanz zwischen vorhandenen Lösungen und dem politischen Unwillen diese umzusetzen. "Egal ob Physik oder Geografie. In vielen Fächern erfahren wir, dass es Lösungen gibt, aber es passiert nichts."Auch Oberstufenschüler des Fürstenberg-Gymnasiums und Schüler der Realschule sind dem Streikaufruf nachgekommen.

Kurz nach neun löste sich die Kundgebung vor dem Rathaus auf. Es waren nur wenige Passanten, die der lautstarken Aktion ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben. Die Organisatorinnen haben darauf geachtet, den Schulstreik auf nur zwei Unterrichtsstunden zu beschränken. "Das soll nicht die Ausrede für einen schulfreien Vormittag werden", sagt Ceyda Gynehir. Mit dem "Schwänzen" müssen sich nun die Schulleiter herumschlagen. "Wir klären das schulintern", sagte KHS-Leiter Frank Liebetanz auf Anfrage. Gleichzeitig bekundet er Sympathien für die Aktion. Der globalen Zielsetzung der Bewegung könne man sicher nicht widersprechen. Die Schule wolle ihre Schüler zu verantwortlichen Bürgern erziehen, sagt Liebetanz. Realschulrektor Gerhard Lauffer weiß von 18 Zehntklässlern, die sich an der Demo am Musikantenbrunnen beteiligt haben. Sie werden an einem der nächsten Freitage nachmittags bei ihm persönlich zwei Stunden nachsitzen. Für die Ziele von "Friday for Future" hat der Pädagoge Verständnis. "Doch richtiger wäre es gewesen, am Freitagnachmittag zu streiken." Mario Mosbacher, Schulleiter des Fürstenberg-Gymnasiums, sagte, die Schüler müssten das unentschuldigte Fehlen nachholen: In pädagogisch sinnvoller Weise mit den ihnen wichtigen Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Schüler der Eichendorffschule waren bei der Demo nicht dabei.