Dorv-Wettbewerb kann beginnen

Bettina Schaller

Von Bettina Schaller

Fr, 10. Juli 2020

Lahr

Dem Ortschaftsrat Hugsweier wurde das Verfahren für die Auswahl eines Investors fürs ehemalige Café Edelweiß vorgestellt.

. Das öffentliche Interesse an der ersten öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrats nach Corona ist groß gewesen, in der Schutterlindenberghalle waren alle auf Abstand gestellte Stühle belegt. Das überraschte nicht: Auf der Tagesordnung stand die Konzeptvergabe für den Geländeverkauf für ein Dorv-Zentrum; dieser stimmte am Ende der Ortschaftsrat zu.

Zuvor erklärte Stadtplanerin Claudia Dalm das Prozedere der Konzeptvergabe sowie die Zusammensetzung der Jury (siehe Info), die die Konzepte bewertet. Zweck des Verfahrens ist die Auswahl eines Investors, der das Areal mit dem ehemaligen Café Edelweiß kauft und daraus ein Dorv-Zentrum baut. Gegenstand sind der Verkauf des Grundstücks, das die Stadt Lahr inzwischen erworben hat, sowie qualitative Kriterien – sprich: es soll ein anonymes und faires Auswahlverfahren geben. Dafür können sich in einem ersten Schritt Arbeitsgruppen wie beispielsweise Investoren und Architekten oder Baugemeinschaften mit Architekten bewerben. Sie müssen Zulassungs- und Eignungskriterien vorweisen, unter anderem ein Referenzobjekt, das mit dem Dorv-Zentrum vergleichbar ist.

Die Planungsaufgabe für die Bewerber lautet: Errichten eines kleinen Dorfladens für den täglichen Bedarf, bürgernahe Dienstleistungen wie Café, Poststelle, Bankomat und ein Multifunktionsraum. Zudem sollen Wohnmöglichkeiten geplant werden, damit sich die Wirtschaftlichkeit des Dorv-Zentrums rechnet, so Claudia Dalm. Dabei könnten verschiedene Ansätze wie Mehrgenerationen- oder Servicewohnen, Tagesbetreuungs- oder Pflegewohngruppen berücksichtigt werden. Um diverse Wohnideen zu verwirklichen, könne der Außenbereich in die Planung mit einbezogen werden.

Denkbar seien neben einem Um- mit Anbau auch ein Abriss des Bestandsgebäudes. Ausschlaggebend für die Zulassung zum Wettbewerb seien städtebauliche und architektonische Qualität, das Nutzungs-und Gestaltungskonzept, Nutzungsvielfalt und flexibles Raumangebot, Umgang mit bestehenden Strukturen. Stimmen müsse insbesondere die Wirtschaftlichkeit wie das Mietpreisangebot für das Dorv-Zentrum, das Wohnungsangebot sowie Betreiberkonzept. Maximal sechs Arbeitsgemeinschaften dürfen sich bewerben. Bei mehreren qualitativ gleichwertigen Bewerbern entscheide das Losverfahren – das missfiel einer Zuhörerin, die auch die rechtliche Anfechtbarkeit ansprach. Ihr entgegnete Ratsmitglied Martina Enneking, dass es vielleicht eines Plans B bedürfe, wenn sich zu wenige oder keine passenden Bewerber fänden. Hier verwies Dalm auf den Auslobungstext, der bundesweit veröffentlicht werde. Und bei keinem Erfolg können eine neue Konzeptvergabe gestartet werden. Das Konzept solle Endes des Jahres zur Entscheidung kommen. Die Jury wird ihre Empfehlung an die städtischen Gremien geben. Im Januar 2021 soll der Beschluss des Gemeinderats zum Verkauf erfolgen und im Februar eine öffentliche Ausstellung der Beiträge.

Ein Treff im Dorv-Zentrum "wäre wichtig für den Ort, auch wie er ausgearbeitet wird", betonte Günter Noll (SPD); er könne sich ein Café vorstellen, in dem auch Mittagstisch angeboten werde. Erst als das "Edelweiß" geschlossen habe, sei deutlich geworden, wie wichtig die Gaststätte für die Kommunikation war.