Großeinsatz

Drei Menschen bei Brand in Rötenbacher Schreinerei verletzt

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Von Liane Schilling, Peter Stellmach, Susanne Gilg, Martin Wunderle & aktualisiert um 16:37 Uhr

Fr, 03. Mai 2019 um 12:05 Uhr

Friedenweiler

Die Ortsmitte war zwischenzeitlich gesperrt, 170 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Beim Brand wurden drei Beschäftigte der Schreinerei verletzt. Die Feuerwehr hielt bis nachmittags Brandwache vor Ort.

Dicke Rauchschwaden in den Straßen, Flammen schlagen aus dem Dach, eine meterhohe Rauchsäule steigt in den Himmel über Rötenbach: Dieses Bild zeigte sich am frühen Nachmittag beim Brand der Schreinerei Jarusch im Rötenbacher Kirchweg. Das Feuer ist mittlerweile unter Kontrolle gebracht worden, doch die Löscharbeiten und der gesamte Einsatz zogen sich nach Angaben des stellvertretenden Kreisbrandmeisters Gotthard Benitz über mehrere Stunden hin. Drei Beschäftigte der Schreinerei, die den Brand noch löschen wollten, wurden nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes verletzt, konnten das Krankenhaus aber mittlerweile wohl wieder verlassen. Die Ortsmitte von Rötenbach war zwischenzeitlich abgesperrt.

177 Feuerwehrleute im Einsatz

177 Feuerwehrleute aus Friedenweiler, Titisee-Neustadt, Löffingen und Lenzkirch waren bei dem Brand im Einsatz, auch das Deutsche Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk waren vor Ort. "Wir hatten hier einen Großbrand mit starker Rauchentwicklung im Gebäude", berichtet Benitz. "Ein großes Problem ist die extreme Rauchentwicklung", fügt er hinzu.

"Einsatz ist überall nur unter Atemschutz möglich." Gotthard Benitz, stellvertretender Kreisbrandmeister
Qualm werde witterungsbedingt im Freien zu Boden gedrückt und beeinträchtige in beengten räumlichen Verhältnissen die Sicht. Daher habe auch der Versuch des sogenannten Innenangriffs, um den Brand unter Kontrolle zu bringen, abgebrochen werden müssen. "Einsatz ist überall nur unter Atemschutz möglich", so Benitz. Auch zwei Drehleitern waren im Einsatz.

Technische Verstärkung aus Ihringen

Deshalb wurde technische Verstärkung aus Ihringen hinzugezogen und der Brandbekämpfungszug Dreisamtal zur Ablösung der örtlichen Kräfte abgerufen.

Gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk (THW) wurde die Einsturzgefahr des Gebäude geprüft. "Eine Schreinerei bedeutet eine besonders hohe Brandlast", berichtet Benitz.

Durch ihr massives Vorgehen haben die Feuerwehren ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbargebäude verhindern können. Die Halle der Schreinerei war allerdings nicht mehr zu retten. Das Feuer hatte sich zwischenzeitlich durch Zwischendecken im Gebäude gefressen und war dadurch schwierig zu löschen.

Der massive Einsatz von Löschwasser wurde über die Hydranten im Ort, einen Bach und einen Löschteich sichergestellt, so dass es zu keinen Engpässen kam.

Durch die Ortsmitte gab es während der Löscharbeiten für den Verkehr kein Durchkommen mehr. Durch die Einsatzkräfte der Polizei wurden die notwendigen Absperrmaßnahmen an der Bundesstraße 31 mit der Straßenmeisterei und die innerörtliche Absperrung in Rötenbach durch den ansässigen Bauhof, koordiniert. Zu größeren Verkehrsbeeinträchtigungen kam es weder auf der Bundesstraße noch innerorts.

Der DRK-Kreisverband Freiburg war mit mehreren Rettungswagen vor Ort, ebenso Notärzte und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst. Der DRK-Ortsverein Löffingen war ergänzend mit seinem Notfallkrankenwagen dabei. Im Rahmen des Einsatzes wurden bis 14 Uhr drei Personen medizinisch behandelt. Insgesamt hatte das DRK knapp ein Dutzend Einsatzkräfte vor Ort.

Mit Lautsprecherwagen bat die Polizei die Bevölkerung darum, sicherheitshalber Fenster und Türen geschlossen zu halten, um einer Gesundheitsgefährdung vorzubeugen. Möglicherweise liegt als Ursache ein technischer Defekt vor.

Nach vorsichtigen Schätzungen der Polizei liegt ein Gesamtschaden von rund 100 000 Euro Gebäudeschaden und rund 90 000 Euro Inventarschaden vor. Der Polizeiposten Löffingen hat die Sachbearbeitung vor Ort übernommen.