AUCH DAS NOCH

Anika Maldacker

Von Anika Maldacker

Di, 14. September 2021

Freiburg

Drei Stunden Fremdschämen

Selten hat eine Podiumsdiskussion in Freiburg so schnell zum Eklat geführt: Schon bei der Vorstellung des ersten Bundestagskandidaten, Matern von Marschall, beim "The Roast of – Kandidaten*innengrillen" am Sonntagabend im Jazzhaus gab es Schockstarre, Buhrufe und Empörung. Der Name des CDU-Bundestagsabgeordneten klinge "so schön nach Nazi-Erbe", so Moderator Jonathan Löffelbein von der Gruppe "We talk Freiburg", worauf von Marschall mit seinem Abgang droht und klarstellt: "Mich hier mit Nazis in Verbindung zu bringen, lasse ich nicht zu, dann müssen sie ohne mich klarkommen." Applaus aus dem Publikum und von Kandidierenden. Verunsicherung beim Moderatorenduo Löffelbein und Maya Rollberg. Bei der FDP-Kandidatin Claudia Raffelhüschen fällt die Frage nach dem "beschissenen Namen". Das ist nicht frech, sondern unverschämt. Grüne, SPD und Linke kamen besser weg. Die junge Gruppe "We talk Freiburg" will gezielt unter die Gürtellinie gehen. Das hat sie getan. Keiner hätte es von Marschall verübeln können, wenn er gegangen wäre.