Kinderbetreuung

Dringend Kontakte mit Freunden ermöglichen

Helmut Martin

Von Helmut Martin (Offenburg)

Di, 19. Mai 2020

Leserbriefe

Zu: "Einiges wird wieder möglich", Beitrag von Bernd Amelung und Thomas Steiner (Politik, 8. Mai)
Gerne erinnern wir uns daran, wie sich die Vertreter aller Parteien (vor allem der SPD und der Grünen) in ihren Forderungen für eine optimale Kinderbetreuung fast überboten haben. Qualifizierungsmaßnahmen, Verbesserung der Betreuungsschlüssel, Schlafmöglichkeiten und Essensangebote für die Kleinsten und ein gesetzlich verankerter Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz wurden beschlossen. Mit Millionenaufwand haben die Kommunen dies mit finanzieller Förderung des Bundes umgesetzt. Und nun in Corona-Zeiten: kein Konzept der Bundesregierung für diesen elementaren Bereich.

Notplätze für Eltern im "systemrelevanten Bereich" oder in besonderen Situationen sind wichtig, lösen aber das Problem nicht. Wir brauchen dringend eine zeitnahe Perspektive für den "kinderrelevanten Bereich". Wir müssen Kindern Kontaktmöglichkeiten mit Freunden, Erzieherinnen und Erziehern und gewohnte, für ihre Entwicklung wichtige Strukturen in ihrer Kita anbieten.

Es ist für Kinder und Eltern unverständlich, dass man Shoppingmalls, Biergärten, Bars und Spielhallen öffnet, aber für den elementaren Bereich der Kinderbetreuung konkrete Pläne fehlen. Warum öffnet man Kinderbetreuungseinrichtungen nicht für alle mit einem Teilangebot und beobachtet die Entwicklung der Infektionszahlen? Helmut Martin, Offenburg