Mit Gewinn leben

Dropshipping ist erlaubt, hat aber manche Fallstricke

Ines Danzeisen

Von Ines Danzeisen

Mo, 29. März 2021 um 14:08 Uhr

Wirtschaft

Beim Dropshipping bieten Onlinehändler Produkte an, ohne sie selbst auf Lager zu haben. Durch den Direktversand sind Schnäppchen möglich, doch es gibt auch erhebliche Nachteile.

Sie kaufen beim Onlinehändler. Er hat kein Lager, gibt den Auftrag an seinen Lieferanten, der verpackt und versendet – das nennt man Dropshipping. Je nachdem, woher die Ware kommt, sind lange Lieferzeiten möglich.

Bei Lieferungen aus Nicht-EU-Ländern wird ab 151 Euro Warenwert Zoll fällig. Darüber muss ein Händler Sie informieren. Bei überraschenden Kosten können Sie die Annahme verweigern und vom Händler Kaufpreiserstattung verlangen. Gefällt das Produkt nicht, dürfen Sie es binnen 14 Tagen retournieren.

Allerdings muss ein Händler keine inländische Rücksendeadresse angeben. Es kann sein, dass Sie die Ware ins Ausland schicken müssen, was teuer werden kann. Geht die Ware kaputt, können Sie 2 Jahre lang vom Händler Reparatur oder Ersatz verlangen. Binnen der ersten 6 Monate nach Erhalt wird von Gesetzes wegen vermutet, dass der Defekt von Anfang an bestand.

Einfach vom Vertrag zurücktreten und den Kaufpreis zurückfordern, funktioniert in Deutschland nicht. Das ist in Frankreich anders.

Neben seriösen Dropshippern, gibt es schwarze Schafe. Sie werben mit Originalware, liefern aber Fälschungen oder unpünktlich. Die italienische Wettbewerbsbehörde hat die Geschäftspraxis des spanischen Händlers Pneumaticone als unlauter eingestuft. Es wurde beispielsweise nicht pünktlich geliefert. Fazit: Dropshipping ist legal. Durch den Direktversand sind Schnäppchen möglich. Nur sollte man sich über mögliche Zusatzkosten informieren.
Ines Danzeisen arbeitet beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Kehl. Das EVZ berät kostenlos bei Streitigkeiten mit einem Händler im EU-Ausland, in Island oder Norwegen. Kontakt zur Autorin: danzeisen@cec-zev.eu