Fotoreportage

Durch die Scheibe: Wie Menschen in Freiburg die Isolation verbringen

Gina Kutkat & Felix Groteloh

Von Gina Kutkat & Felix Groteloh

Fr, 24. April 2020 um 09:00 Uhr

Freiburg

Wie geht es den Menschen in ihren Wohnungen? Was macht die Krise mit ihnen? Das wollte Fotograf Felix Groteloh wissen – und fotografierte sie durch die Fensterscheiben. Acht Porträts der Isolation.

Zum Zeitpunkt der Fotoreportage ist es vier Wochen her, dass für Freiburg und ganz Deutschland eine Ausgangsbeschränkung ausgesprochen wurde. Seitdem halten sich die Menschen den Großteil der Zeit in ihren Wohnungen auf, verlassen das Haus nur zum Einkaufen oder Sport machen. Vier Wochen, das sind 28 Tage und 672 Stunden, in denen sich die Freiburgerinnen und Freiburger in einem veränderten Alltag eingerichtet haben. Wie geht es ihnen? Was macht die Krise mit ihnen, wie verbringen sie ihre Zeit und was vermissen sie am meisten?



Fotograf Felix Groteloh und Redakteurin Gina Kutkat haben Familien, Singles und WGs besucht. Sie erhielten Zutritt zu den Privatwohnungen, durften auf den Balkonen sitzen und wurden zum Kaffee eingeladen. Sie unterhielten sich – mit Abstand und Mundschutz – mit den Menschen und Fotograf Felix Groteloh machte Porträts von ihnen: Er fotografierte sie durch die Fensterscheibe in ihrem Rückzugsort, der in Zeiten der Isolation an Wichtigkeit gewonnen hat. Nur bei einer Familie hat das nicht geklappt: Nilufar und ihr Mann leben mit ihren Kindern im Flüchtlingswohnheim – die Redakteure bekamen keinen Zutritt. Trotzdem gehören sie mit in diese Fotoreihe, denn auch sie waren so offen und haben erzählt, wie sie die Corona-Krise trifft.

"Ich liebe den Sommer" Christiane Kratzin, 45 Jahre, mit ihren Töchtern Frida, Mathilda, Josephine und Hund Kalinka, Hochparterre, Wiehre

Normalerweise ist sie mit ihrem Rollstuhl viel und vergnügt unterwegs, erzählt Christiane Kratzin, die mit ihren Töchtern auf dem Balkon sitzt. Hündin Kalinka hat sich unter dem Sofa versteckt. Familie Kratzin hat seit vier Wochen die Parterre-Wohnung in der Wiehre kaum verlassen. "Aber mir geht es erstaunlich gut damit", sagt die 45-jährige Obermedizinalrätin. Sie reflektiere sehr viel und komme mit der speziellen Zeit der Isolation besser zurecht, als sie zuerst befürchtet hatte.



Vielleicht liegt es daran, dass ihre drei jugendlichen Töchter und ihre Hündin sie ablenken. "Wir reden mehr als vorher miteinander", sagt Kratzin. Alle zusammen aber auch jede Tochter einzeln mit der Mama. "Dabei geht es nicht immer um Corona, aber schon oft." Zusammenhalt ist jetzt wichtiger als zuvor in der Frauen-WG: Die Töchter gehen einkaufen und halten sich streng an die Kontaktsperre, um ihre Mutter nicht zu gefährden. Sie machen sich Sorgen um ihre Mutter, denn ...

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