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Kurt Meier

Von Kurt Meier

Do, 23. Mai 2019

Elzach

Die Kirchliche Sozialstation Oberes Elztal wird 40 Jahre alt und ist jetzt schuldenfrei.

ELZACH. 40 Jahre alt wird die Kirchliche Sozialstation Oberes Elztal in diesem Jahr. Am 27. September wird dieser "runde Geburtstag" gefeiert. Und zwar unter der Regie des bewährten Vorstands, der in der Mitgliederversammlung fast unverändert wiedergewählt wurde.

Die beiden Bürgermeister Roland Tibi und Klaus Hämmerle bezeichneten die Sozialstation als eine der wichtigsten Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge. Vereinigt sie unter ihrem Dach doch nicht nur professionell geführte ambulante Kranken- und Altenpflege, sondern auch noch eine Vielzahl von Serviceleistungen und weiteren Aufgaben.

Eine zufriedenstellende Bilanz zog der Vorsitzende Heribert Becherer für das Jahr 2018. "In Schulnoten ausgedrückt würde ich sagen: eine Zwei plus", meinte er. Die Personalsituation im Pflegebereich habe sich entspannt. Man komme nun sogar dazu, Überstunden und Urlaubsrückstände abzubauen. Unter der Regie von Pflegedienstleiterin Monika Häringer arbeiten derzeit 23 Voll- und Teilzeitkräfte sowie sieben Aushilfen in der ambulanten Kranken- und Altenpflege. Täglich werden zwischen 120 und 150 Patienten zwischen Oberprechtal und Oberspitzenbach, Yach und Biederbach versorgt. Das ergab 2018 rund 32 000 Einsatzstunden.

Eberhard Hirschbolz, gemeinsam mit Georg Fakler langjährig bewährter Finanzkontrolleur der Einrichtung, berichtete von einem wirtschaftlich hervorragenden Jahr. Die Kirchliche Sozialstation Oberes Elztal sei schuldenfrei. Sie konnte die Erlöse gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent auf rund 1,6 Millionen Euro steigern. Die Personalkosten beliefen sich auf rund 1,1 Millionen Euro. Auch die Servicedienste, wie "Essen auf Rädern", konnten aus der Defizitphase herausgeführt werden. Dies lasse Luft für Investitionen. So wird die Sozialstation in den kommenden Jahren ihre Fahrzeugflotte auf Elektrofahrzeuge umstellen.

Weiterhin defizitär arbeite die Dorfhelferinnenstation, da die Vergütungen der Krankenkassen für die familienentlastenden Hilfen noch immer nicht kostendeckend sind, berichtete deren Leiterin Christine Schwendemann-Brugger. Drei Mitarbeiterinnen betreuten im vergangenen Jahr 29 Familien. Das wirtschaftliche Defizit, das sich 2018 auf rund 3200 Euro belief, gleichen die politischen und kirchlichen Gemeinden des oberen Elztals aus.

Von der Hospizgruppe wurden laut Heide Störr-Ruh 28 Begleitungen geleistet, von derzeit 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die rein ehrenamtlich tätig sind. Die Betreuung zumeist schwerkranker Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt finde in einem "streng geschützten Rahmen" statt, betonte sie. Die Schweigepflicht und Wahrung der Privatsphäre der betroffenen Familien sei oberstes Gebot. Neu ist die Trauerbegleitung von Kindern.

Seit zwölf Jahren treffen sich in den Räumen der Sozialstation regelmäßig die Betreuungsgruppen für Demenzerkrankte. Derzeit an fünf Nachmittagen und einem Vormittag pro Woche. Vier Mitarbeiterinnen betreuen die Gruppen, berichtete Hedwig Schmid. Ein Abhol- und Heimfahrservice gehört ebenso zum Angebot wie die Verpflegung, Gymnastik, Gedächtnistraining, Basteln, Spaziergänge und vieles mehr.

Seit 2011 gibt es den Betreuungsdienst unter dem Titel "Zämme". 14 Begleiterinnen und Begleiter besuchen Menschen, die aufgrund von Gebrechlichkeit oder Krankheit nicht mehr aus dem Haus können. "Uns fehlen Männer", appellierte Dorle Thoma, sich für diesen Dienst zu engagieren.

Alle Fäden dieser vielen Aufgaben laufen bei Geschäftsführerin Gertrud Imhof zusammen, für die alle Anwesenden nur höchstes Lob parat hatten. "Es gibt fast nie ein Nein. Wo sie helfen kann, hilft sie". Für weitere vier Jahre wiedergewählt wurden der Vorsitzende Heribert Becherer, Stellvertreterin Hilda Schromm und Veronika Jäkle. Neu hinzugekommen ist Sylvia Fischer. Kraft Amtes gehören dem Gremium auch der katholische Dekan Hans-Jürgen Decker und Pfarrerin Barbara Müller-Gärtner an.