Recherchieren fürs Museum

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 12. April 2019

Efringen-Kirchen

Maren Siegmann zieht im Förderkreis Bilanz ihrer Arbeit.

EFRINGEN-KIRCHEN (cre/vl). Der Förderkreis Museum Alte Schule unterstützt die Arbeit des Museums in Efringen-Kirchen. Bei der Hauptversammlung des Vereins nahm denn auch der Bericht von dessen Leiterin Maren Siegmann breiten Raum ein. Detailliert führte sie ihre Aktivitäten in den vergangenen zehn Jahren auf, von der Erarbeitung von Ausstellungen über geschichtliche Spaziergänge bis zur Recherche der örtlichen Geschichte. Letzteres hat mit Blick auf die Erneuerung der Dauerausstellung derzeit einen besonderen Stellenwert, wie deutlich wurde.

Zentrale Leitlinie bei der Neukonzeption der Museumsausstellung ist für Maren Siegmann, dass die Ortschaften der Gemeinde in den Vordergrund gerückt werden sollen. Jeder Ort hat seinen eigenen Charakter und seine eigene Geschichte, das soll deutlich werden. Siegmann sammelt, sichtet und recherchiert dafür. In verschiedenen Archiven Baden-Württembergs sieht sie nach, was es an Dokumenten und Urkunden über die Gemeinde und die Ortsteile zu entdecken gibt. So stieß sie bereits, wie sie erzählte, auf eine alte Konstruktionszeichnung über die Nikolaus-Kapelle in Huttingen. Die darauf zu erkennenden kleinen Fenster deuten auf einen Bau der Kapelle lange vor dem 15. Jahrhundert hin. In einem Dokument aus dem Jahre 1401, das ihr in die Hände fiel, ist von einem Kloster in Wintersweiler die Rede. Demnach war man übereingekommen, dass die Wintersweiler "sich auf ein ganzes Jahr in ihrem Kloster einen Priester zur Versehung der Kirche annehmen dürfen".

Ebenfalls experimentiert Siegmann mit neuen technischen Möglichkeiten, die eine digitale Museumsführung ermöglichen sollen. Über sogenannte NFC-Tags an Ausstellungsstücken könnten interessante Hinweise per Smartphone abrufbar sein. Diverse Vorträge, Veranstaltungen und die Teilnahme an überregionalen Treffen ergänzten das Arbeitsjahr der Museumsleiterin, deren 60-Prozent-Stelle – auch das wurde deutlich – angesichts der Aufgabenvielfalt am Limit ist. Derzeit überlege sie, sagte Siegmann, welche Veranstaltungen sie machen könne, ohne allzu sehr Überstunden zu produzieren. Sie war im Übrigen dankbar für die Einsetzung Herbert Schneiders als Gebäudemanager, dessen Dienste sie bereits in Anspruch hatte nehmen können. Bürgermeisterstellvertreter Bernd Münkel fand lobende Worte für die Arbeit Siegmanns ebenso, für jene des Förderkreises.

Bergwacht Istein sichert Pflege und Zugang zur Jaspisgrube

Übte der Förderkreis für das Museum in den vergangenen Jahren ein ums andere Mal Kritik an der Gemeinde wegen des 2009 entfernten und nach wie vor fehlenden Zugangs zum sogenannten Jaspisbergwerk in Kleinkems, waren auf der Mitgliederversammlung diesmal nur versöhnliche Töne zu vernehmen. Förderkreisvorsitzende Helga Meier dankte ausdrücklich dem – nicht anwesenden – Bürgermeister Philipp Schmid für dessen Unterstützung und die Beauftragung der Isteiner Bergwacht durch die Gemeinde, am Tag des Geotops den Zugang für Besucher zu sichern. Der Tag wird dieses Jahr am 15. September sein. Durch den Einsatz der Bergwacht, die eine Leiter stelle und Besucher mit Seilen sichere, habe sich die Haftungsfrage lösen lassen, erläuterte Hans-Peter Kilz auf BZ-Nachfrage.

Die Bergwacht wird zudem bei Pflegemaßnahmen und Kontrollgängen im Bereich der Jaspisgrube aktiv. Dazu ist ein Patenschaftsvertrag zwischen Förderkreis und Gemeinde aufgesetzt, der demnächst unterschrieben werden soll.