Anerkennung für soziales Engagement

Ralph Fautz

Von Ralph Fautz

Do, 11. Juli 2019

Ehrenkirchen

Landespreis für zwei Schülerinnen der Jengerschule in Ehrenkirchen.

EBRINGEN/SCHALLSTADT. Für den Werkrealschulzweig an der Jengerschule in Ehrenkirchen ist es ein krönender Abschluss, für Lina Steinhart und Annkatrin Bronner war es eine riesige Überraschung: Sie bekamen in Stuttgart den Werkrealschulpreis Gesundheit und Soziales des Landes Baden-Württemberg.

Beim Erzählen werden die Augen der beiden 16-jährigen Schülerinnen der Jengerschule immer noch groß. Groß sei auch das Neue Schloss in Stuttgart gewesen, wo sie den Werkrealschulpreis vorige Woche entgegennahmen. "Es war einfach aufregend, und man wurde von allen angeschaut", erinnert sich Lina Steinhart, wie sie auf der Bühne standen und die Fernsehkameras auf sie gerichtet waren. Ihre Freundin gibt zu, ein wenig schüchtern gewesen zu sein.

"Wir hoffen, durch unseren Preis zeigen zu können, dass sich soziales Engagement einfach lohnt, dass andere junge Leute sich engagieren und sehen, dass es was bringt, wenn man was macht", erklärt Steinhart. Die Liste ihres Engagements ist lang und das, was sich die Schülerinnen von dem Preis erhoffen, ist die Vorbildfunktion: So unterstützten die Beiden in einer Arbeitsgemeinschaft ihrer Schule Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche; Lina Steinhart leitete eine Fußball-AG, ist Klassen- und Schülersprecherin und absolvierte zahlreiche Praktika. So war sie in der Grundschule und in einem inklusiven Kindergarten für Gehörlose. Das sei zwar alles interessant gewesen, aber: "Ich weiß schon lange, dass ich zur Polizei will", sagt die 16-Jährige. Sie absolvierte bereits ein einwöchiges Praktikum und eine Polizeichallenge in Böblingen. Annkatrin Bronner möchte beruflich in die Altenpflege. Dort hat sie, wie auch in Kindergärten, bereits ein Praktikum gemacht. "Das hat mir am allermeisten Spaß gemacht", sagt sie lächelnd, als sie von ihrem Praktikum in der Tagespflege erzählt.

Zur Bewerbung um den Preis kam es auf Anregung der Fachlehrerin der Beiden im Wahlpflichtfach Gesundheit und Soziales (GuS). Die Benachrichtigung der Preisträgerinnen kam ziemlich unprätentiös per E-Mail. Aber als die Schülerinnen diese unabhängig voneinander routinemäßig checkten, waren die Reaktionen dieselben: Freude und nochmals Freude.

Stuttgart, das sollte ein riesiges Event mit 90 Preisträgern werden: Der Landespreis der Werkrealschule wird in drei Fachbereichen für besondere Leistungen in den Bereichen Natur und Technik, Wirtschaft und Informationstechnik und eben Gesundheit und Soziales vergeben. Zu den Stiftern zählen Firmen und Organisationen wie Porsche, Würth, Caritasverband und die Diakonie.

Vor der Preisverleihung war Annkatrin Bronner bei einer Stadtführung mit Behinderten dabei, Lina Steinhart besuchte den Schlupfwinkel, eine Tageseinrichtung für Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen. Dort könnten die Schüler lernen, Hausaufgaben machen oder sich treffen.

Für Gerd Günther, dem Rektor der Jengerschule, ist der Werkrealschulpreis der krönende Abschluss der Schulzeit. Steinhart und Bronner sind Teil des letzten Jahrgangs, ehe die Jengerschule im September ausschließlich eine Gemeinschaftsschule sein wird. Ob die zwei Schülerinnen ihren Preis, der neben einem Turnbeutel und einer Urkunde auch aus einem Gutschein für den Europa-Park bestand, bis dahin eingelöst haben werden?