Frühjahrskonzert

Musikvereine in Ehrenkirchen müssen sich um den Nachwuchs keine Sorgen machen

Anne Freyer

Von Anne Freyer

Di, 21. Mai 2019 um 16:00 Uhr

Ehrenkirchen

Das Frühjahrskonzert der Feuerwehr- und Trachtenkapelle Ehrenstetten hat gezeigt: Mit der Jugendkapelle verfügt man über eine große und mitgliederstarke Nachwuchstruppe.

Um den Fortbestand seiner Musikvereine muss sich Ehrenkirchen mit den Teilorten wohl keine Sorgen machen: Mehr als 40 Kinder und Jugendliche gehören zurzeit zur Jugendkapelle Ehrenkirchen. Sie eröffnete das große Frühjahrskonzert der Feuerwehr- und Trachtenkapelle Ehrenstetten in der Kirchberghalle, bei dem auch die Trachtenkapelle St. Ulrich ein glanzvolles Gastspiel gab.

Jugendkapellen der Ortsteile wurden unter einem Dach vereint

Die Nachwuchspflege ist in Ehrenkirchen ebenso wie in allen anderen Gemeinden ein Hauptanliegen der örtlichen Musikvereine. Dank der Entscheidung von vor rund neun Jahren, die Jugendkapellen der Ortsteile unter einem Dach zu vereinen, verfügt man nun über eine der größten und mitgliederstärksten Nachwuchstruppen, was sich in der Qualität ihrer Darbietungen niederschlägt. So begeisterten die Jungen und Mädchen mit ihrem Leiter Niklas Maier durch ihr homogenes Spiel auf erstaunlich hohem Niveau.

Für ihren Teil des Programms hatten sie sich für drei Kompositionen entschieden, die nicht nur dem Geschmack der Jugendlichen entsprachen, sondern auch beim Publikum bestens ankamen: John Emerson Blackstones "They are coming", ein Medley aus dem Erfolgsfilm "Shrek" und ein Loblied auf ein Tier, das sich sonst nicht allzu großer Beliebtheit erfreut, dem aber Marco Martoia mit "Coyote" ein Denkmal gesetzt hat.

Trachtenkapelle St. Ulrich als Gast

Als Gäste konnte Christine Lang im Namen des Musikvereins die Trachtenkapelle St. Ulrich begrüßen. Sie hatte aus ihrem reichen Repertoire einige anspruchsvolle Tonschöpfungen ausgewählt, die kürzlich bereits bei ihrem diesjährigen Frühjahrskonzert in der Bollschweiler Möhlinhalle das Publikum begeistert hatten.

Zum Auftakt gab es die "Second Suite in F", eine aus dem Konzertmarsch entwickelte Tonschöpfung des Gustav Holst, der damit der rein militärisch geprägten Blasmusik seines Geburtslandes eine neue Richtung gab. In ihrer Ansage wies Monika John auf die Bedeutung der Arbeit dieses deutschstämmigen Musikers hin, die sich bis heute auswirkt. Denn er verwob den Marsch mit einer Vielzahl anderer Genres, etwa den traditionellen Tänzen Englands und Irlands und ihren jeweils typischen Liedern. Bewegend war auch Sepp Tanzers 1954 entstandene Erinnerung in drei Sätzen an den Aufstand der Tiroler im Jahr 1809 gegen die Franzosen und Bayern, die als Verbündete von ihrem Land Besitz zu ergreifen suchten. Mit dem "Florentiner Marsch à la Mnozil-Brass" rissen die St. Ulricher erwartungsgemäß den Saal zu wahren Begeisterungsstürmen hin.

Dirigent Alfredo Mendieta überträgt Temperament auf sein Orchester

Der dritte Teil des Abends gehörte den Gastgebern, der Feuerwehr- und Winzerkapelle Ehrenstetten und ihren bestens aufgestellten Musikerinnen und Musikern, geleitet von ihrem Dirigenten mit lateinamerikanischen Wurzeln: Alfredo Mendieta. Einmal mehr war es ihm gelungen, sein Temperament auf sein Orchester zu übertragen und zu Interpretationen zu bewegen, die nichts an Präzision und Ausdrucksstärke zu wünschen übrig ließen. Besonders die "Tom Sayer Suite" von Franco Cesarini erforderte höchste Aufmerksamkeit in den schnellen Passagen, das ganze Ausdrucksvermögen der Akteure in den langsamen. Ein weiterer Ohrenschmaus: die musikalische Umsetzung von Mark Twains Jugendliteratur-Klassiker mit dem Titel "Tom Sawyer Suite", angereichert mit den unterschiedlichen Musikgenres, die sich mit dem Fluss Ohio und der wechselvollen Geschichte seiner Anrainer verbinden lassen.

Aber auch die nähere Heimat, die Weinregion Kaiserstuhl-Tuniberg, kam zu ihrem Recht mit einer Komposition des Schweizers Mario Bürki, der damit der gesegneten Landschaft am Oberrhein Reverenz erweist. Eine zünftige Polka und eine Suite zum Thema "Robin Hood" rundeten den Auftritt der Gastgeber ab.
Ehrungen

Mit der Großen Goldenen Ehrennadel würdigte Bernhard Metzger, Vorsitzender des Markgräfler Musikverbandes, Richard Weckemann für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Kapelle. Vom Verein gab es Auszeichnungen und Geschenke für zwei Mitglieder: Bernhard Nägele (45 Jahre) und Erich Hummel (35 Jahre).