Steinepuzzeln für neuen Lebensraum

Julius Steckmeister

Von Julius Steckmeister

Fr, 24. April 2015

Ehrenkirchen

BZ-SERIE: Die BUND-Bezirksgruppe Schönberg und der Arbeitskreis Ortsgeschichte Ehrenkirchen luden zum Trockenmauerbau ein.

EHRENKIRCHEN. Ob in Nordafrika oder Irland, ob beim Berber oder beim Bauern – Trockenmauern gibt es seit vielen hundert Jahren. Die auch Klaubsteinmauern genannten Bauwerke bestehen aus nahezu unbearbeiteten Steinen und werden das ist das Besondere – ohne Zuhilfenahme von Mörtel errichtet. Dies macht ihren Bau nicht nur zur hohen Kunst, sondern die Mauern selbst – oder besser ihre Zwischenräume – zu wertvollen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen. Wie man die optisch ansprechenden Biotope richtig errichtet, wurde jüngst einer Gruppe Mauerbauer von morgen von einem Profi gezeigt.

Vor der Ölbergkapelle oberhalb von Ehrenstetten stehen Frank Baum von der BUND-Bezirksgruppe Schönberg, Landschaftsgärtner Siegfried Mattausch und 15 erwartungsvolle Menschen, die, so stellt sich rasch heraus, nahezu allesamt eine Trockenmauer in ihrem Garten haben wollen. Davor allerdings haben Baum und Mattausch die Theorie gestellt. Vor der Flurbereinigung der 60er und 70er Jahre gab es in den Weinbergen auch hierzulande viele Trockenmauern, blickt Frank Baum zurück. Diese verschwanden mit dem Bau der großen Weinbergterrassen. Ökologisch Glück gehabt hat der Ölberg. Hier besteht noch die kleine Parzellierung, wie sie vor dem Zweiten Weltkrieg üblich war. Allerdings liegen inzwischen viele Flächen brach, da auch im badischen Weinbau der Trend zu großen Rebanlagen weiter zu-, die Zahl der Nebenerwerbswinzer, die vorwiegend kleine Flächen bewirtschaften, hingegen weiter ...

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