Hochschwarzwald so kalt wie seit 2011 nicht mehr

Ein April, wie er früher normal war

Bernward Janzing

Von Bernward Janzing

Mo, 03. Mai 2021 um 17:48 Uhr

Friedenweiler

Es war der kälteste April im Hochschwarzwald seit 2001 – gleichwohl aber nicht kälter als ein durchschnittlicher April in den 80er-Jahren. Vor allem aber war der vergangene Monat deutlich zu trocken.

An der Wetterstation in Rötenbach belief sich die Mitteltemperatur im April auf 4,3 Grad; damit war er gemessen am langjährigen Mittelwert um ein Grad zu kalt. Kälter war der April zuletzt 2001 mit 3,5 Grad. Doch obwohl der April 2021 im Vergleich zu den vergangenen 20 Jahren recht kühl war, relativiert sich das Bild, sobald man weiter zurückblickt. Denn die Temperatur in den vergangenen Wochen entsprach im Schwarzwald ziemlich genau einem April der 1980er-Jahre. Seither haben sich die Mitteltemperaturen um ein bis zwei Grad erhöht. Ungewöhnlich war auch der Temperaturverlauf im April, denn der wärmste Tag des Monats war der 1. April. Mit 21 Grad brachte er schon frühlingshafte Werte, bevor es in den nächsten Tagen wieder kalt wurde. Am 6. April wurde dann mit minus 10,6 Grad die Tiefsttemperatur des Monats verzeichnet. Um den 6. und 7. gab es auch nochmal etwas Schnee.

Auffällig war erneut die Trockenheit. Bereits zum fünften Mal in Folge blieb der April im Hochschwarzwald unter dem langjährigen Durchschnittswert, zum Teil sogar sehr deutlich. Mit 37 Litern pro Quadratmeter in Rötenbach erreichte der April nur knapp die Hälfte des Normalmaßes. Dass der vergangene Monat nicht noch deutlich trockener endete, ist dem letzten Tag zuzuschreiben, der immerhin gut zehn Liter pro Quadratmeter brachte. Trotz des trockenen Aprils liegt das Jahr 2021 aufgrund des sehr niederschlagsreichen Januars 13 Prozent im Plus.

Überdurchschnittlich war die Sonneneinstrahlung. Mit 130 Kilowattstunden pro Quadratmeter lag sie um drei Prozent über dem Mittelwert. Der sonnigste Tag war der 23. April mit sieben Kilowattstunden pro Quadratmeter, am trübsten der 30. April mit einer Kilowattstunde. Damit liegt das Jahr 2021 bei der Solareinstrahlung um einige Prozent im Plus.

Regnerisch begann der Mai. Im langjährigen Mittel bringt er mit 100 Litern pro Quadratmeter deutlich mehr Regen als der April. Andererseits kann der Mai sonnig werden wie ein Hochsommermonat. 167 Kilowattstunden pro Quadratmeter wurden im Mai 2011 gemessen, der langjährige Mittelwert beläuft sich auf 146 Kilowattstunden. Die durchschnittliche Temperatur steigt im Mai auf knapp über zehn Grad, wobei die Extreme an einzelnen Tagen in den vergangenen 20 Jahren zwischen 29,8 Grad einerseits und minus 4,6 Grad andererseits lagen.